Die Rainy Skifflemen mit (von links) Uwe Hartmann, Frank Reimann, Peter Reimann, Lothar Reimann und Hans-Dieter Schmidt lobten das tolle Publikum im Boothaus. Foto: Fremdfotos/eingesandt

Rainy Skifflemen begeistern im Bootshaus Oppershausen

Die Rainy Skifflemen aus dem Kreis Herford zählen zu den Ältesten ihres Fachs. Sie haben sich zeitgleich mit den Rolling Stones 1962 formiert. Und ihre langjährige Erfahrung kommt ihnen zugute. Das Publikum im Bootshaus in Oppershausen kam nicht umhin, am Samstagabend immer wieder aufmerksam hinzuhören, was Sänger Peter Reimann gerade ankündigte. Bei „Mama don‘t allow no skiffle playing in here“ frei nach J.J. Cale hatte sich jeder Mitspieler einmal solistisch in Szene zu setzen, was von den Konzertgästen immer aufs Neue mit Applaus honoriert wurde.

OPPERSHAUSEN. Die Lords haben damit angefangen, die Beatles, Moody Blues und viele mehr – mit Skiffle, dem dominierenden Musikstil im England der 1950er Jahre. Und was braucht es dazu heute? Eine selbst gebaute Teekiste für den Bassisten, ein Waschbrett für den Rhythmus, Gitarre, Banjo, Kazoo, Mundharmonika und Gesang.

„Ich mag diese selbst gemachte Musik“, sagte Alexa Geckler. In mehreren „Sets“ präsentierte die Skiffleband eine Menge an Skiffle-Songs, und zwar immer stiltreu und eng angelehnt an die musikalischen Vorbilder wie Lonnie Donegan, Ken Colyer und den Bluessänger Leadbelly.

„Wir haben gemerkt, dass das Publikum hier ganz anders ist als bei uns“, sagte Bandchef Reimann. „Wir haben hier schon Sachen erlebt so wie im richtigen Konzert. Die Menschen sind hier sehr musikbegeistert“, sagt er.

Die Skiffle-Klassiker „Putting on the Style“, mit Reimann am Kazoo, und „Worried Man Blues“, wo von einem Mann erzählt wird, der über den Fluss zum Schlafen geht, einen Gefangenen in Ketten aufweckt und keine Ahnung hat, was er falsch gemacht hat – die Freunde dieser Musik wurden bestens unterhalten. „Lonesome Traveller“ hieß ein weiterer Klassiker, vorgestellt in einer ruhig fließenden Version mit einem routinierten Teekistenbassspieler namens Uwe Hartmann, der als Bürger Lachtehausens die kürzeste Anreise hatte.

Zum Schluss gab es noch mal eine besondere Überraschung, indem Heinz Kostka, einst Mitglied der einzigen Skiffleband der Deutschen Post, an seiner eigenen Teekiste gastweise sein Können bei einigen Stücken wie „John Henry“ unter Beweis stellte. (mbl)

Autor: Matthias Blazek, geschrieben am: 04.02.2018       Artikel drucken