Wollen ihren Wagen auf keinen Fall vor dem großen Umzug am Sonntag um 13 Uhr zeigen: (von links) Jonas Dralle, Nils Bangemann und Harm-Henning Dralle. Foto: David Borghoff / Montage: Daniel Pracht

Bargfelder bereiten sich auf Faslam-Umzug vor

Es gibt Geheimnisse, die strikt unter Verschluss gehalten werden. Sei es das Hochzeitskleid, dass der Ehemann erst am großen Tag sehen darf. Die Schwangerschaft, die in den ersten Monaten höchstens der engste Familienkreis erfährt. Oder der Wagen und die Kostüme für den Faslam-Umzug. Jedes Jahr trifft man Anfang Februar in Bargfeld auf eine Mauer des Schweigens.

BARGFELD. Das Aussehen des Wagens, wie die Kostüme gestaltet sind oder ob das diesjährige Motto die vorherigen topt? "Das wird alles nicht verraten. Die anderen Teams haben in dieser Zeit bei uns Werkstatt-Verbot", sagt Harm-Henning Dralle. Der waschechte Bargfelder gründete mit Freunden vor etwa 12 Jahren ein eigene "Umzugs-Truppe". "Wir waren groß genug. Davor sind wir immer bei unseren Eltern mitgegangen", so der Lachendorfer Nils Bangemann.

Mittlerweile hat die rund 20-köpfige Gruppe schon zahlreiche Faslam-Umzüge erlebt und auch schon mehrere Preise gewonnen. "Trotzdem gehen wir am Anfang immer locker an die Sache und zum Ende wird es dann stressig. Wir haben uns schon oft gesagt: Nächstes Jahr fangen wir früher an", erzählt der 25-jährige Jannis Hansen lachend. Erst kurz nach Weihnachten "ging es mit der Planung in die heiße Phase", so der Eldinger weiter. Jeder sammelte Vorschläge, erklärte seine Umsetzung und anschließend wurde in der Gruppe diskutiert und abgestimmt. Zum ersten Mal wurde das diesjährige Motto einstimmig gewählt.

Sein Bruder Harm-Henning sowie Jannis Hansen werden dieses Jahr allerdings nicht auf dem Wagen mitfahren. Sie gehen an der Spitze des Zuges, direkt hinter den Vereinsvorsitzenden mit, gehen von Haus zu Haus und sammeln als "Eier Jule" und "Wurst Maxe" Eier und Wurst ein. Das Essen ist dann für die Nachfeier am darauffolgenden Wochenende.

Nach dem Umzug am Sonntag von 13 bis etwa 17 Uhr fiebern alle Gruppen im Saal bei Bangemanns der Preisverleihung entgegen. Alle Plätze werden proklamiert. Zuerst die der Kinder und anschließend die der Erwachsenen. "Die Auswahlkriterien wurden uns von dem Verein vorgegeben", sagt der Eldinger Werner Köller, der schon seit rund sieben Jahren zusammen mit seiner Frau und einer anderen Dame Preisrichter ist. Bewertet wird nach Originalität, Aufwand, Gruppengröße und der Inszenierung der Gruppe während des Umzuges.

Ob Dralle und seine Freunde wieder an ihren Erfolg aus dem vergangenen Jahr – mit dem Motto "Herr der Ringe" belegten sie den ersten Platz – anknüpfen können? Das sei zumindest im Rahmen des möglichen, so Jonas Dralle. Zuvor muss allerdings der Wagen noch fertig gestellt werden. "Der letzte Feinschliff kommt eh erst kurz vor der Vorfeier am Samstagabend", so Bangemann.

Autor: Audrey-Lynn Struck, geschrieben am: 09.02.2018       Artikel drucken