Von einer ihrer Afrika-Reisen hat Dr. Gabriele Molsen zwei Stoffpuppen mitgebracht. Foto: David Borghoff

Kindernothilfe-Arbeitskreis feiert 25. Geburtstag

Der Jubiläums-Gottesdienst anlässlich 25 Jahren Kindernothilfe Arbeitskreis Lachendorf findet am morgigen Sonntag um 10 Uhr in der Lachendorfer Kirche "Arche Noah" statt.

LACHENDORF. In Südafrika knallte die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Die Luft war stickig. Die Lachendorfer Ärztin Dr. Gabriele Molsen suchte zusammen mit Mitgliedern der Kirchengruppe Beedenbostel Zuflucht in einer kühlen Kirche. Der Boden war übersät von Matratzen, auf denen Kindergartenkinder ihren Mittagsschlaf hielten. "Die Matratzen sind eine Spende von einer Organisation, die in Deutschland niemand kennt. Aber bei uns in Afrika ist sie gut bekannt. Sie heißt Kinderhilfe", erklärte eine Südafrikanerin. Molsen lächelte. Sie kannte nicht nur die Organisation, sondern war auch ehrenamtlich für sie tätig.

Vor 25 Jahren gründete die jetzige Rentnerin zusammen mit ein paar Freundinnen den Arbeitskreis Lachendorf. Sie sammeln Spenden für die Kinderhilfe, veranstalten Vorträge und gehen auch in die Schulen. "Dort erzählen wir zum Beispiel von der Kinderarbeit in Indien", so Molsen. Das Besondere an der Kinderhilfe sei, dass mit dem Geld nachhaltige Entwicklungsprojekte unterstützt werden, sodass die Betroffenen lernen, sich selbst zu helfen. Im Rahmen von Patenschaften kann man Kinder oder Projekte finanziell unterstützen.

Die Lachendorferin selbst hatte über die Jahre zusammen mit ihrem Mann Gerd um die 23 Patenschaften. Auch die Lachendorfer Kirche "Arche Noah" hat seit mehreren Jahren ein Patenkind aus Brasilien. Er heißt Gabriel. "Bei der Kollekte wird manchmal für ihn Geld gesammelt. Aber ein Teil der Gemeinde weiß gar nicht, wer das genau ist", sagt Molsen. Sie kam auf die Idee, das Jubiläum des Arbeitskreises mit einer Informationsveranstaltung über Gabriel zu verbinden.

Im Rahmen eines Gottesdienstes wird das Jubiläum gefeiert, anschließend folgt ein Vortrag über die Projekt-Arbeit in Brasilien und zum Abschluss ein gemeinsames Klönen. "Wir haben alle Paten im Umkreis von Lachendorf eingeladen", sagt Molsen. Für die weiteren Jahre hat der Arbeitskreis auch schon Pläne: "Uns geht es ja nicht hauptsächlich darum Spenden zu sammeln, sondern den Blick zu öffnen – auch für die nächsten Generationen. Wir sind verantwortlich für andere Länder und die Zukunft", so Gerd Molsen. (als)

Autor: Audrey-Lynn Struck, geschrieben am: 10.02.2018       Artikel drucken