Lisa (links) und India vom Gymnasium Ernestinum erforschen Verhaltensweisen von Fischen. Foto: Oliver Knoblich

„Jugend forscht“ zeigt ab Dienstag Celler Projekte

Insgesamt 48 Projekte gehen im Celler Regionalwettbewerb von „Jugend Forscht“ an den Start. Am Dienstag können sich Celler in der Alten Exerzierhalle selbst ein Bild davon machen.

Celle. Ein Messer, einen Eierbecher, Gummibänder, Heißkleber, diverse Legosteine und -motoren und natürlich ein Ei – mehr brauchen Johann Brüns und Ole Mirete nicht für ihre selbst gebaute Ei-Schäl-Maschine. Der Eierbecher dreht sich auf einem Legomotor, das Messer ist mit Gummibändern an einigen Legosteinen befestigt und zerschneidet so die Schale des sich drehenden Eis.

Das Projekt der beiden 13-Jährigen ist nur eines von insgesamt 48, die in der kommenden Woche am 13. und 14. Februar im Celler Regionalwettbewerb von „Jugend Forscht“ gegeneinander antreten. Interessierte können sich alle Projekte am Dienstag zwischen 14 und 17 Uhr und am Mittwoch von 9.30 bis 13.30 Uhr in der Alten Exerzierhalle ansehen. Die Preisverleihung folgt am Mittwoch ab 15 Uhr.

Aquarium erforscht: Gemeinsam mit Johann und Ole nehmen 16 Schüler des Gymnasiums Ernestinum mit acht Projekten am Wettbewerb teil. Die Projekte sind weit gefächert. Während Simon Schurian (13) seinen Lego-Roboter dazu programmiert hat „Zweimal-zwei-Zauberwürfel“ zu lösen, kümmern sich India Brückner und Lisa Müller (beide 14) um das Schulaquarium und erforschen die Verhaltensweise von Fischen. Eine der bisherigen Erkenntnisse: Zebrabärblinge zeigen an roten Legosteinen größeres Interesse als an blauen.

Staubsauger gebaut: Auch hergestellt und gebaut haben die Schüler des Gymnasiums so einiges: Aus einer Plastikflasche, zwei Kartoffelsalatboxen, einigen Flaschendeckeln und einem Motor entstand der Staubsauger von Sonja Klameth (14) und Hailie-Jade Pirie (15). Angetrieben wird er von Solarzellen aus Pflanzenfarbstoffen, ebenfalls aus Eigenproduktion.

Nagellack kreiert: Kathy Christ und Annika Vogel (beide 14) haben ihr Interesse für Nagellack in ihren Versuch mit einfließen lassen und kurzerhand ihren eigenen hergestellt. „Ursprünglich sollte er umweltfreundlich werden“, erläutert Kathy, „aber das war bei den vielen Chemikalien die da immer drin sind einfach nicht möglich.“

Knete hergestellt: Besser lief es da bei Charlotte Knoop und Colin Hornbostel. Die beiden Zwölfjährigen haben mithilfe von Mehl, Wasser, Zitronensäure, Öl und Salz ihre eigene Knete hergestellt. „Die, die wir mit Lebensmittelfarbe gefärbt haben, könnte man eigentlich sogar essen“, berichtet Colin stolz. Aktuell arbeiten die Beiden daran, dass ihre Knete weniger schnell hart wird, danach haben sie Spezialeffekte wie leuchtende oder springende Knete geplant. Auch bei Aurelius Zand (14) und Julius Bruns (15) spielt Farbe eine Rolle. Sie forschen an einem Feststoff, der ähnlich wie Tinte bei Wärme seine Farbe verliert.

Bälle untersucht: Das einzige Physikprojekt des Ernestinums stammt von Jan-Phillip Radecke (13), Ruben Gröticke (13) und Eric Piening (15). Mithilfe einer selbst gebauten Wurfmaschine erforschen die drei Jungen Flugeigenschaften verschiedener Bälle.

„Es ist wirklich schade, dass es so ein Projekt bei uns früher nicht gab“, bedauert Lehrerin Annika Debus. „Die Arbeit an den Projekten macht sowohl den Kindern als auch uns Betreuern großen Spaß und es ist schön zu sehen, wie das Interesse stetig wächst.“

Sollte eines der Ernestinum-Projekte beim Regionalwettbewerb gewinnen, ginge es für die Siegreichen beim Landeswettbewerb weiter – entweder vom 12. bis 14. März in Clausthal-Zellerfeld (15- bis-21-Jährige) oder vom 5. bis 7. April in Oldenburg (bis einschließlich 14 Jahre). Der Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ folgt dann vom 24. bis 27. Mai in Darmstadt.

Autor: Lea Kraft, geschrieben am: 10.02.2018       Artikel drucken