An der Oberschule Bergen müssen Lehrer und Schüler vorerst ohne warme Mahlzeit auskommen. Foto: Oliver Knoblich

Mensa-Betrieb an Oberschule Bergen eingestellt

Die Schüler der Oberschule Bergen sind seit vergangener Woche zwangsweise Selbstversorger. Durch die Einschränkung des Ganztagsbetriebs haben weniger Lehrer und Schüler die Mensa und den Kiosk genutzt. Für den Caterer, der beide Angebote betreibt, hat sich der Aufwand nicht mehr rentiert, er hat den Vertrag gekündigt – die Schule steht nun ganz ohne Essensausgabe da.

BERGEN.

Unter Schülern und Eltern macht sich Unmut breit, vor allem über die Kommunikation an der Oberschule. „Wir Eltern bekommen von der Schulleitung keine Informationen, wie es weitergeht“, sagt Thomas van der Meulen. Sein Sohn besucht die neunte Klasse. „Die Kinder sollten mal gehört werden“, erzählt er und wünscht sich eine schnelle Wiederaufnahme des Mensabetriebes.

Ein kurzer Satz auf der Homepage der Schule informiert Eltern und Schüler über die Einstellung des Angebots. „Aus organisatorischen Gründen“, heißt es darin, würden Essensausgabe und Kiosk geschlossen. Auch auf eine CZ-Anfrage war von der Schulleitung keine Stellungnahme zu den Hintergründen zu bekommen. Verwiesen wurde an den Träger der Schule, den Landkreis Celle.

Pressesprecher Tore Harmening erklärt, die Oberschule habe „wegen der derzeit unzureichenden Lehrerversorgung“ Abstriche beim Ganztagsangebot machen müssen. „In der Folge wurde die mittägliche Verpflegung schlechter angenommen. Der Caterer hatte nur noch Bestellungen von zwei, maximal drei Essen täglich. Das war wirtschaftlich nicht vertretbar“, sagt Harmening. Catering-Betreiber ist Christian Benning aus Bergen. Gegenüber der CZ bestätigt er, dass die Nachfrage durch den teilweisen Wegfall des Ganztagsangebots um etwa 80 Prozent zurückgegangen sei. Bei so geringen Mengen könne außerdem die vorgeschriebene Temperatur für das Essen nicht mehr eingehalten werden. „Der Wegfall des Mensabetriebes bedeutet für mich einen enormen Umsatzverlust“, sagt Benning – auch wenn Kosten für die Essenszubereitung jetzt natürlich wegfielen. Auch er hätte sich mehr Transparenz seitens der Schulleitung gewünscht.

Wie es weitergeht an der OBS? „Das ist derzeit offen“, sagt Harmening. „Wir werden im Frühjahr weitere Gespräche mit dem Caterer und der Schule führen mit dem Ziel, zum kommenden Schuljahr den Mensabetrieb wieder aufzunehmen.“ Allzu große Hoffnung macht der Landkreis-Sprecher aber nicht. „Die Suche nach einem neuen Caterer verspricht momentan keine Aussicht auf Erfolg. Wegen der geringen Nutzung kann kein Unternehmen ein wirtschaftliches Angebot abgeben“, so Harmening.

Das eingeschränkte Ganztagsangebot führt nun dazu, dass die Schüler früher nach Hause kommen als ursprünglich geplant. Wenn sie ihren Heimweg nicht mit leerem Magen antreten wollen, werden sie auch weiterhin Selbstversorger sein. Eine schnelle Lösung ist jedenfalls nicht in Sicht.

Autor: Carsten Richter, geschrieben am: 16.02.2018       Artikel drucken