Der Verdächtige soll unter anderem für einen Schuppenbrand in der Kirchhofstraße verantwortlich sein. Foto: Feuerwehr Celle

Celler Polizei fasst Brandstifter

Eine Brandserie im Stadtgebiet, die die Bevölkerung und die Ermittler in Atem gehalten hat, steht vor der Aufklärung. Die Celler Polizei hat einen 17-Jährigen festgenommen, der im Verdacht steht, zwischen November vergangenen Jahres und Februar für fünf Brandstiftungen verantwortlich zu sein. Der Jugendliche hat allerdings bisher nur zwei der ihm zur Last gelegten Taten eingeräumt. Der Verdächtige sitzt im Augenblick in einer Jugendstrafanstalt ein.

CELLE. Die Brandserie begann mit einem Feuer, das am 19. November vergangenen Jahres im Keller eines Mehrfamilienhauses im Hattendorffsgarten gelegt worden war. Hier soll der 17-Jährige unter anderem Sperrmüll angezündet haben, "wobei er ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus billigend in Kauf genommen hat", so Oberstaatsanwalt Lars Janßen. Nur durch das frühzeitige Eingreifen der Feuerwehr sei ein Vollbrand des Wohnhauses damals verhindert worden. Nach den bisherigen Ermittlungen wird von einem Schaden von etwa 20.000 Euro ausgegangen.

Ferner wird dem Jugendlichen vorgeworfen, am 27. November in der Kirchhofstraße Gegenstände in einem Schuppen in Brand gesetzt zu haben. Die Flammen griffen auf das Gebäude über. Allerdings verhinderte auch hier die Feuerwehr, dass sich das Feuer auf das unmittelbar angrenzende Wohnhaus ausdehnte. Schadenshöhe: etwa 15.000 Euro.

Am 4. Januar kam es zum größten Brand, den der Verdächtige gelegt haben soll. In einem Mehrfamilienhaus an der Birkenstraße soll der Beschuldigte den Dachboden angezündet haben, der umgehend Feuer fing und nahezu vollständig ausbrannte. "Die in der Dachgeschosswohnung sich zur Brandausbruchszeit aufhaltenden Hausbewohner mussten durch die Feuerwehr aus der Wohnung über das Wohnungsfenster gerettet werden. Es wird derzeit von einem Sachschaden von etwa 280.000 Euro ausgegangen", teilte Oberstaatsanwalt Janßen mit.

Die Brandserie fand ihre Fortsetzung in der Denickestraße. Am 26. Januar soll der Beschuldigte sich dort zu einem Grundstück begeben "und vorsätzlich einen Holzzaun in unmittelbarer Nähe einer Garage in Brand gesetzt haben, wobei er billigend in Kauf genommen haben soll, dass der Brand auf die Garage übergehen könnte. Weil dieser vorzeitig erlosch, kam es hierzu jedoch nicht", heißt es in der Pressemitteilung. Nur ein paar Wochen später soll es den Jugendlichen erneut an diesen Tatort gezogen haben. Am 9. Februar soll er neben der Garage abgelegte Glaswolle in Brand gesetzt haben. Das Feuer wurde allerdings gelöscht, bevor die Flammen auf die Garage übergriffen.

Bei der Celler Polizei war eigens für die Brandserie eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden. Die Beamten waren dem Verdächtigen auf die Schliche gekommen, „nachdem Zeugen im Zusammenhang mit den Bränden einen jungen Mann mit einem Fahrrad beobachtet haben. Im Rahmen einer gerichtlich angeordneten Durchsuchung konnte dieses durch die Beamten festgestellt werden", so Janßen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Celle gegen den Jugendlichen Haftbefehl. Ihm werden Brandstiftung in fünf Fällen, darunter in zwei Fällen schwere und in einem Fall sogar besonders schwere Brandstiftung, sowie Sachbeschädigung vorgeworfen. "Im Rahmen seiner Vorführung bei der Untersuchungsrichterin gestand er, für die beiden Brandlegungen in der Denickestraße verantwortlich zu sein. Im Übrigen bestritt er die Taten", teilte Janßen mit.

Nach Verkündung des Haftbefehls wurde der 17-Jährige, der bereits früher wegen Brandstiftung aufgefallen ist, durch die Polizei in eine Jugendanstalt verbracht. „Nähere Einzelheiten zu den Auffälligkeiten des Beschuldigten in der Vergangenheit können aus Gründen des Jugendschutzes nicht gemacht werden. Das gilt auch hinsichtlich der Frage, ob die Staatsanwaltschaft die Einholung eines fachpsychiatrischen Gutachtens in Auftrag geben wird. Generell kann dazu aber gesagt werden, dass eine solche Begutachtung in Fällen dieser Art grundsätzlich geprüft wird", so Janßen auf Nachfrage der CZ.

Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an. Zeugen, die etwas zur Aufklärung der Taten beitragen können, werden daher gebeten, sich möglichst umgehend mit der Polizeiinspektion Celle unter Telefon (05141) 277215 oder 277317 in Verbindung zu setzen.

Autor: Gunther Meinrenken, geschrieben am: 17.02.2018       Artikel drucken