Schulbehörde kündigt weniger Stundenausfall im Kreis Celle an

Zum neuen Schuljahr soll im Kreis Celle weniger Unterricht ausfallen: Nachdem es in den vergangen Monaten in Sachen Unterrichtsversorgung große Probleme gab, hat sich die Landesschulbehörde jetzt optimistisch geäußert, dass es im neuen Schuljahr besser wird. „Ich gehe davon aus, dass wir zum 1. August 2018 zu einer besseren Situation kommen als wir sie am 1. August 2017 hatten“, sagte Mike Kochan-Rönisch, schulfachlicher Dezernent bei der Außenstelle der Landesschulbehörde in Celle, als er am Mittwoch im Kreisschulausschuss über die Unterrichtsversorgung im Kreis Celle sprach.

CELLE. Die Lehrerversorgung lag zuletzt offiziell an Oberschulen bei 91 Prozent, an Gymnasien bei 98 Prozent und an Förderschulen bei 95 Prozent. Angestrebt wird im Idealfall eine Quote von über 100 Prozent, um beispielsweise auch kurzfristig auf Erkrankungen oder Schwangerschaften reagieren zu können. Insbesondere an den Oberschulen hagelte es angesichts der niedrigen Quote viel Kritik. Teilweise konnte der Ganztagsbetrieb nicht mehr regulär über die Bühne gehen.

Wie groß die Probleme tatsächlich sind, zeigt sich an vielen Schulen. So haben Schüler an mindestens einem Celler Gymnasium im Halbjahreszeugnis in einzelnen Fächern keine Noten bekommen, weil der Unterricht so oft ausgefallen ist. Immerhin hieß es zuletzt, dass zum 1. Februar im Kreis Celle 35 neue Lehrer eingestellt wurden.

Zwei Gründe sprechen laut Kochan-Rönisch dafür, dass im neuen Schuljahr die Unterrichtsversorgung wieder besser wird. Zum einen werden künftig nicht mehr Grundschullehrer den Sprachunterricht für Kinder an Kitas übernehmen, sondern Kita-Erzieher. Das soll zur Folge haben, dass weniger Oberschullehrer an die Grundschulen abgeordnet werden müssen, was wiederum zur Folge hat, dass weniger Gymnasiallehrer an den Oberschulen ran müssen.

Zweiter Punkt ist, dass die Landesregierung derzeit daran arbeitet, die Bedingungen für Quereinsteiger zu ändern. Auch dieser Schritt soll dazu beitragen, den Lehrermangel abzufedern. „Ziel der Landesregierung ist es, dass die Abordnungen zum 1. August nur noch in geringem Umfang stattfinden“, sagte Kochan-Rönisch. Mit den Abordnungen ist das vielfach kritisierte Lehrer-Roulette gemeint. Um den Unterricht an Grundschulen gewährleisten zu können, waren Oberschullehrer an Grundschulen und Gymnasial-Pädagogen an Oberschulen eingesetzt worden.

Im Schulausschuss des Kreistages wurde auch über die Frage diskutiert, warum Stadt und Landkreis Celle für Referendare und junge Lehrer so unattraktiv sind. Eine echte Antwort hatte im Ausschuss niemand, geschweige denn Lösungen. Gefragt sind Städte wie Hannover, Lüneburg und Oldenburg. Celle ist nicht angesagt, viele Referendare machen einen Bogen um Stadt und Kreis – trotz vergleichsweise günstiger Immobilienpreise. Auch innerhalb des Kreises gibt es große Unterschiede. „Je näher man an Hannover kommt, desto einfacher wird die Versorgung“, sagte Kochan-Rönisch.

Autor: Simon Ziegler, geschrieben am: 01.03.2018       Artikel drucken