Sibirische Frostluft sorgt für bitterkalte Tage in Celle. Wie viele andere Gewässer ist der Teich im Französischen Garten zugefroren. Foto: Oliver Knoblich

Historische Kältewelle - Der Frühling ist noch nicht in Sicht

Nach den sonnig-eisigen ersten Märztagen lockert der Winter ab Sonntag seinen Griff. Da die milde Luft aus Südwesten nur zögernd gegen den Kaltluftklotz über Nordeuropa vorankommt, befinden wir uns in der kommenden Woche quasi zwischen Baum und Borke, sprich zwischen Winter und Frühling.

CELLE. Dazu zeigt sich das Wetter von einer erschreckend trüben Seite. Immer wieder fällt Regen, Schneeregen oder auch Schnee und die Sonne ist kaum dabei. Die Höchsttemperaturen verweilen im feucht- bis nasskalten Bereich von zunächst 7 bis 8 Grad, ab Wochenmitte eher 4 Grad, während die Nächte leicht frostig bleiben. Auch auf längere Sicht deutet sich noch kein Übergang zu Frühlingswetter an. Ganz im Gegenteil: Der über Skandinavien lauernden Kaltluft könnte im weiteren Verlauf sogar ein neuerlicher Sprung nach Norddeutschland gelingen. Offenbar hat der März mit Sonne und Wärme wenig am Hut, obwohl es hoffnungsfroh heißt: „Der März soll kommen wie ein Wolf und gehen wie ein Lamm.“

Nach zwei unerträglich trüben, sehr nassen und äußerst milden Wintermonaten, tanzte der Februar komplett aus der Reihe. Steigender Luftdruck über Nord- und Osteuropa bremste die seit dem Herbst wetterbestimmenden Westwinde aus. Stattdessen blies nun Kaltluft aus Skandinavien und Westrussland die Nachtwerte fast durchweg ins Minus. Die trockene Luft brachte kaum Niederschläge mit, dafür extrem viel Sonnenschein. So schob sich der Februar unter die fünf trockensten seiner Art und konnte beim Sonnenschein die alten Rekorde sogar noch toppen. Sensationell war das Monatsfinale: Sibirische Frostluft sorgte ausgerechnet am letzten Februartag für die kälteste Nacht des Winters und mit minus 7 bis minus 8 Grad für das niedrigste Tagesmaximum Ende Februar jemals. Nimmt man die ersten Märztage hinzu, kann man von einer geradezu historischen Kältewelle sprechen. In den Hamburger Wetteranalen muss man schon 130 Jahre bis 1888 zurückgehen, um auf einen ähnlich grimmigen Monatswechsel zu treffen. Der in vieler Hinsicht bemerkenswerte und in der Südheide kälteste Februar seit 2003 (Faßberg) oder sogar 1996 (Celle) sorgte am Ende noch für eine unerwartet positive Winterbilanz. (zak)

Autor: Fremdfotos / Texte Eingesandt, geschrieben am: 02.03.2018       Artikel drucken