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Spanien-Urlauber sichern sich die besten Brutplätze

Sie haben lange auf sich warten lassen – jetzt sind sie zurück. "Nachdem die Kaltluftfront abgezogen ist, sind die ersten Weißstörche nun auch in den Kreis Celle zurückgekehrt", berichtet Weißstorchberater Hans Jürgen Behrmann.

CELLE. Im östlichen Teil seines Zuständigkeitsbereichs habe er schon vor Wochen die ersten Exemplare entdeckt: "Im Landkreis Gifhorn waren Ende Januar schon fünf da."

Das erste Celler Storchennest nahm am Montag das bereits ortskundige Männchen in Nienhagen in Beschlag. Bis gestern folgten dann Storchen-Pärchen in Hornbostel, Winsen und Altencelle. Ebenso wie in Nienhagen wartet auch in Hohne ein Männchen noch auf weibliche Gesellschaft. Der Klapperstorch in Ahnsbeck, der am Dienstag eintraf, hat schon eine Interessentin. Gestern versuchte ein neues Weibchen, auf seinem Nest zu landen. Behrmann: "Noch ist offen, ob die beiden zueinanderfinden."

Im vergangenen Jahr hatte es mit 19 Brutpaaren einen regelrechten Storchenboom im Landkreis Celle gegeben – so viele wurden zuletzt Ende der 60er Jahre gezählt. "Ich habe die Hoffnung, dass die Zahl der Störche weiter zunehmen wird", sagt Behrmann. Die Tiere würden hierzulande zwar immer weniger Flächen und Nahrung finden. Aber: "Weil so viele Störche in Spanien und Frankreich überwintern, kommen sie gut genährt und mit weniger Verlusten zurück", erläutert der Experte aus Lachendorf.

"Störche sind Segelflieger und brauchen Aufwind. Den kriegen sie nur über Land", weiß Behrmann. Deswegen müssen die Tiere zum Winterlager nach Afrika entweder über den Bosporus oder die Meerenge von Gibraltar fliegen. Die sogenannten Westzieher überwintern aber immer häufiger gleich in Spanien. Wegen ihrer kürzeren Flugroute sind sie im Vorteil. "Die kommen als Erste wieder und sichern sich die besten Plätze", sagt Behrmann. Mit den ersten Ostziehern rechnet er Anfang April.

Erstmals hatte sogar ein Storch den Winter im Celler Land verbracht. Das zwei Jahre alte Weibchen aus Großmoor überwinterte im Nest auf dem Kirchturm. Tagsüber schloss sich die Störchin den Silberreihern an.

Autor: Christian Link, geschrieben am: 08.03.2018       Artikel drucken