Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Altenhagen Celler Berufliches Gymnasium Wirtschaft wird 50
Celle Aus der Stadt Altenhagen Celler Berufliches Gymnasium Wirtschaft wird 50
16:55 22.03.2019
Von Andreas Babel
Der ehemalige Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft, Joachim Erdt (links), und sein Nachfolger Harry Wieken (daneben) skizzierten die Geschichte ihrer Schule, an der heute die Leiterin der 11. Klassenstufe Anke Knipping (daneben) und Susanne Klaassen-Wübbena (12. und 13. Klasse) maßgebliche Führungsaufgaben haben. Der Leiter der bbs1, Helmut Ehrenberg (Vierter von rechts), freute sich über die Ehrengäste Jörn Schepelmann (rechts), Heiko Gevers (daneben) und Klaus Wiswe. Quelle: Oliver Knoblich
Altenhagen

Es war wie ein großes Familienfest, als das Celler Berufliche Gymnasium Wirtschaft gestern seinen 50. Geburtstag feierte. Die knapp 250 Schüler und ihre gut 40 Lehrer hatten nämlich vorrangig Ehemalige eingeladen – ehemalige Lehrer und ehemalige Schüler. Und so war Celles Landrat Klaus Wiswe fast der einzige Redner, der hier nicht die Schulbank gedrückt hatte. Er hatte aber mit den restlichen Kreistagsmitgliedern dafür gesorgt, dass die schmucke Sporthalle gebaut werden konnte, in der die Jubiläumsfeier gestern über die Bühne ging. Das geschah übrigens in lockerem, fröhlichem Rahmen. Dazu trugen vor allem die englischsprachigen Musikstücke bei, die Religionslehrer und Pastor Dieter Kindler mit Unterstützung von Musikproduzent Larry Bartels aus Hamburg am Kontrabass vortrug.

Larry Bartels aus Hamburg am Kontrabass und Religionslehrer Dieter Kindler an der Gitarre sorgten für die musikalische Unterhaltung während des Festaktes. Quelle: Oliver Knoblich

"Sinnvolle Fortführung der Oberschulen"

Doch zurück zum Landrat: Wiswe bekannte sich klar zu den Beruflichen Gymnasien. Sie seien „eine sinnvolle Fortführung der Oberschulen“. Die Celler Politik kenne den Stellenwert dieses Schultypus‘ sehr genau. Dem Kreistag sei es wichtig, dass die Berufsbildenden Schulen besonders unterstützt werden.

80 Prozent der BBS-Abiturienten wissen, was sie wollen

Dass ihre Arbeit zielgerichtet ist, betonte auch der Leiter der Berufsbildenden Schulen 1 (bbs 1), unter deren Dach das Wirtschaftsgymnasium die Allgemeine Hochschulreife erteile. Helmut Ehrenberg fuhr fort: „Hier kann das ganz normale Abitur erworben werden.“ 80 Prozent seiner Abiturienten wüssten schon, was sie anschließend machen möchten. Seine Schule biete alle Bildungsabschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur an. Diese Durchlässigkeit sei „einzigartig“, meinte Ehrenberg. Wiswe verglich dieses System mit einer Integrierten Gesamtschule, auf der ebenfalls alle diese Abschlüsse möglich sind.

Celles Landrat Klaus Wiswe unterstrich die große Bedeutung der Beruflichen Gymnasien im Bildungssystem des Landkreises Celle. Quelle: Oliver Knoblich

Schulgeschichte witzig und informativ nacherzählt

Der erst vor Kurzem pensionierte Abteilungsleiter des Gymnasiums, Joachim Erdt, und sein Nachfolger Harry Wieken, führten den Gästen auf lustige und informative Weise zugleich vor Augen, was sich seit dem Beginn der Einrichtung vor 50 Jahren an der Carstensstraße in Celle bis heute geändert hat. Dabei bezogen beide Pädagogen ihre eigene Biografie mit ein. Erdt etwa machte als Bergarbeitersohn vor dem Abitur eine Industriekaufmann-Lehre bei „Kali & Salz“ und Wieken war 19 Jahre lang in der Wirtschaft erfolgreich aktiv, ehe er sich bewusst für eine Lehrer-Laufbahn in Norddeutschland entschied.

Nach dem Abi erst mal in die Lehre gehen

Moritz Richter machte im Jahr 2000 hier in Altenhagen sein Abitur. Der heutige Steuerberater gab den Schülern den Tipp, im Anschluss an das Abitur zunächst einmal eine Lehre zu absolvieren. CDU-Landtagsabgeordneter Jörn Schepelmann hat das genau wie Richter getan. Der Politiker hat seinen Realschulabschluss in Wathlingen geschafft, sein Abi am Wirtschaftsgymnasium abgelegt und eine Ausbildung bei der Nord LB absolviert. Der Vorsitzende des Ehemaligenvereins, Thorben Wehrmaker, warb für eine Mitgliedschaft in der vor elf Jahren gegründeten Organisation.

Kollegium mit Herzblut und Verstand

Nach der gelungenen Film- und Fotocollage-Präsentation der Klasse BG 17 B berichteten die Lehrerinnen Silke Große und Nina Narjes-Garbe von ihrer gemeinsamen Schulzeit am Wirtschaftsgymnasium. Eines wurde dabei deutlich: Für die heutigen Pädagoginnen sind die Schüler individuelle Persönlichkeiten, die sie wertschätzen und auf ihrem Weg zum Start in die Berufstätigkeit und ins Studium begleiten. Und dass sie das wie ihre Kollegen und Vorgesetzten mit Herzblut tun, das war gestern bei dieser Feier deutlich zu spüren.

Der Schulleiter der bbs1, Helmut Ehrenberg, begrüßte die Gäste. Quelle: Oliver Knoblich

2000 Absolventen in 50 Jahren

Ungefähr 2000 Absolventen verzeichnet das Berufliche Gymnasium seit seiner Gründung im August 2019, erläuterte Ehrenberg. Die Festschrift zum Jubiläum, die nach dem Festakt bei Häppchen und gekühlten Getränken verteilt wurde, zählt 110 Pädagogen auf, die am WG unterrichtet haben oder noch unterrichten: von Sabine Ackermann bis Günter Zwiener.

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft

Der CZ-Reporter wurde von Annika Wichert begleitet. Die Schülerin einer neunten Klasse der Oberschule Wathlingen hat dabei einen ersten positiven Eindruck vom Beruflichen Gymnasium Wirtschaft gewonnen und gibt diesen in einem kurzen Text wieder:

50 Jahre Berufliches Gymnasium Wirtschaft

„Ihr seid die Zukunft!“ Ein wichtiger Spruch, der den Schülern der bbs1 in Celle vermittelt wird.

„1969 wurde die bbs1 in Celle gegründet, das sind 50 Jahre, eine lange Zeit.“ Das sagte Helmut Ehrenberg, der Schulleiter der bbs1 in Celle, zu denen das Berufliche Gymnasium Wirtschaft gehört (Europaschule in Niedersachsen) in der Begrüßung des Jubiläums. Zu den Schülerinnen und Schülern der 13. Klasse sagte er zudem: „Dieser Input, den sie geleistet haben, hat sich sowohl in der Vergangenheit gelohnt, als auch in der Gegenwart und wird sich auch in der Zukunft lohnen!“

„Es ist nicht nur der Name der Schule, der sich geändert hat“, erzählte Celles Landrat Klaus Wiswe. Als die Schule gegründet wurde, waren es 28 Schüler von 150 Bewerbern und heute sind es um die 250 Schüler.

„In den 60er Jahren waren nur 4 Prozent aller deutschen Schüler an Gymnasien und begannen danach ein Studium“, berichtete der Vertreter des Ehemaligenvereins der bbs1.

Herr Dr. Wieken bemerkte, dass heutzutage Digitalisierung überall ist und keiner mehr drumherum kommt und die Schule gut mit Technik ausgestattet ist. Des weiteren ist die Berufsschule eine Schulform, die verbindet, da in den Klassen Leute verschiedenen Alters und mit verschiedenen Abschlüssen zusammenkommen. Darüber hinaus wissen 80 Prozent aller Absolventen, was sie nach Beendigung der Schule machen wollen.

Im Endeffekt ist die bbs1 eine Schule die sich sehr intensiv und bewusst mit der Zukunft ihrer Schüler befasst.