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Blumlage/Altstadt Die Bagger nagen am Rio's
Celle Aus der Stadt Blumlage/Altstadt Die Bagger nagen am Rio's
05:59 14.05.2019
Von Benjamin Behrens
Am Montag haben die Abrissarbeiten am Nordwall begonnen. Schaulustige beobachten die Baggerfahrer bei der Arbeit. Quelle: Benjamin Behrens
Celle

Den Anfang machte im März ein Haus am Nordwall 18. Jetzt verschwindet an der Ecke Nordwall/Neumarkt ein weiteres Haus: die leerstehenden Räume der ehemalige Kult-Kneipe Rio‘s. Gestern um 10 Uhr rückten die Bagger an und begannen sich mit ihren Abriss-Greifern durch das Baumaterial zu arbeiten. Seitdem stehen die Arbeiter der Firma TIRS Abbruch und Recycling unter ständiger Beobachtung: Schaulustige haben sich versammelt und sehen zu, was vor sich geht. Mit lautem Krachen landen Schutt, Steine und Holz auf dem am Morgen noch leeren Platz neben dem Gebäude.

Anwohner betrauert Kult-Kneipe Rio's

„Man denkt nicht, dass da so viel Holz drin ist“, sagt Wolfgang Haupt anerkennend. Der Blumläger wohnt nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Das Spektakel wollte er sich schon deshalb nicht entgehen lassen, weil er sich von einer seiner Lieblingskneipen verabschieden wollte. „Ich war da früher auch drin. Es ist schade um das Rio‘s“, sagt Haupt. Im Stillen habe er schon die eine oder andere Träne vergossen, sagt der 66-Jährige. Und er wird mit seiner Trauer nicht allein sein, das Rio‘s war bei vielen Feiernden beliebt. „Das wäre auch was für meine 18-jährige Tochter gewesen“, ist sich Haupt sicher. Nun wird sie höchstens vom zweispurigen Verkehrskonzept am Nordwall profitieren.

Der Abriss soll Platz für den Ausbau des Nordwalls schaffen und in der zweiten Jahreshälfte 2019 beginnen. „Ich finde, das ist eine gute Lösung. Dann wird die Fritzenwiese weniger belastet durch Busse und so etwas“, schätzt Haupt. Dann müssen er und die übrigen Zaungäste Platz machen – ein Lastwagen mit Anhänger liefert zwei leere Container an. „Die sind als Schutztunnel für Passanten gedacht, dass die im Ernstfall keine Trümmer auf den Kopf kriegen“, sagt der Lkw-Fahrer. Doch noch stehen auf der Freifläche vor dem Ex-Rio‘s Stahlkörbe und Absperrzäune.

Abbruch hat System

So zerstörerisch und roh der ganze Abriss wirkt: Wer genau hinschaut, entdeckt Präzision und Koordination. Beides ist jetzt gefragt. Bisher hatten die Bagger den Schutt unter sich aufgetürmt. Nun muss einer der Bagger wieder herunter, um die Hindernisse vor dem Rio's aus dem Weg zu räumen. Eine Mutter mit Kind nutzt den Moment Ruhe, um an den tonnenschweren Maschinen vorbeizueilen.

Der schwere Baggerarm dient als Stütze, während das gelbe Baufahrzeug herabrumpelt. Zweimal schließen sich die Abbruchgreifer und bewegen die schwer beladenen Metallkörbe mit Leichtigkeit – als wenn ein durchtrainierter Sportler einen Wasserkasten anhebt.

Die Container können in Position abgesetzt werden. Der Baggerfahrer kann wieder ans Werk gehen. Am Kranarm offenbart sich jetzt eine weitere Konstruktion, die davon zeugt, wie durchdacht die Arbeit ist: Der Maschinist kann einen Wasserstrahl nach Bedarf an- und abschalten. So benetztes Abbruch-Gut wirbelt kaum noch Staub auf.

So verlief der Abriss bislang

Mit dem Verschwinden des Rio‘s ist der Startschuss für die zweite Abbrissphase am Nordwall gefallen. Im April schätzten TIRS-Mitarbeiter den Zeitbedarf auf vier Wochen. Die Arbeiten waren bereits zweimal verzögert worden. In der ersten Phase verzögerte die Sabotage eines Baggers das Verschwinden des Haus Nordwall 18. Anfang Mai sorgten Absperrbaken für Verwirrung und Behinderungen bei Autofahrern. Anwohner hatten sich über die im Weg stehenden Baken beklagt.

Die Feuerwehr blieb ob der geänderten Bedingungen auf der wichtigen Zufahrtsstraße zur Allerbrücke entspannt. „Das ist eng, aber wir haben einen Plan“, sagte Ortsbrandmeister Bernd Müller. „Die Zufahrt von der Blumlage in die Wehlstraße wird frei bleiben, damit wir in die Altstadt können, so Müller.

Abriss des Rios am Nordwall hat begonnen.

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