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Blumlage/Altstadt Polizei stoppt Halbstarke in Celler Altstadt
Celle Aus der Stadt Blumlage/Altstadt

Für sie gab es keine Verkehrsregeln: Polizei stoppt Halbstarke in Celle

15:04 23.07.2020
Von Andreas Babel
Die Schuhstraße, vom Heiligen Kreuz aus aufgenommen, ist eine Straße, in der man sehr umsichtig fahren sollte, weil hier auch viele Fußgänger unterwegs sind. Quelle: Andreas Babel
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Altstadt

Offensichtlich führt die Coronakrise nun auch dazu, dass junge Menschen im ansonsten doch so beschaulichen Celle nichts Sinnvolles mit sich und ihrer Zeit anzufangen haben und unsinnige oder gar gefährliche Aktionen starten. So hatte sich die Polizei am Mittwochabend mit folgendem Szenario zu beschäftigen: Im Celler Stadtgebiet war eine Gruppe von etwa 20 Autos aufgefallen, deren Fahrer sich mehrfach über Verkehrsregeln hinwegsetzten und sich verkehrsgefährdend verhielten. Die Halbstarken fuhren zu schnell, missachteten „rot“ zeigende Ampeln, ließen die Reifen durchdrehen und Motoren aufheulen.

Fußgänger bringt sich durch Sprung in Sicherheit

Auf der Schuhstraße fuhr ein BMW schnell auf einen Fußgänger zu, der sich hier im eigentlich verkehrsberuhigten Bereich auf der Fahrbahn befand. Er musste zur Seite springen und sich anschließend sogar noch von dem BMW-Fahrer anschreien lassen.

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Polizei sperrt Kanzleistraße ab

Die alarmierte Polizei sperrte umgehend die Kanzleistraße und schaffte es so, neun der beteiligten, aus Richtung Schuhstraße kommenden Fahrzeuge einer Kontrolle zu unterziehen.

18- bis 26-jährige Männer am Steuer

Und was nicht weiter verwunderlich war: Bei den Fahrern handelte es sich um junge Männer im Alter zwischen 18 und 26 Jahren. Nach Zeugenaussagen konnten zwei der Fahrzeugführer Rotlichtverstöße zugeordnet werden. Einen 18-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Anschließend Tempokontrollen

Im Anschluss führte die Polizei von 22.30 Uhr bis Mitternacht Geschwindigkeitskontrollen im Bereich der Schuh- und Kanzleistraße durch. Bis auf einen Verkehrsteilnehmer, der anstelle erlaubter Tempo 30 mit Tempo 55 fuhr, verhielten sich alle vorbildlich.

Meinung von Andreas Babel

Rowdys auf der Straße

Gut gemacht! Die Celler Polizei hat schnell und umsichtig reagiert, als eine Horde von 20 halbstarken Auto-Rowdies meinte, dass die Straße für sie rechtsfreier Raum sei. Wollen wir nicht hoffen, dass Straßenkrawalle ebenfalls von jungen Männern wie in Stuttgart und zuletzt in Frankfurt am Main auch in Celle eines Tages zu sehen sein werden, aber ganz ausschließen kann man das natürlich nicht. Auch wenn man die Celler Krawallbrüder am Lenkrad nicht mit den Straßen-Kriminellen in den Metropolen gleichsetzen kann, so kann man aber sagen: Wehret den Anfängen!

Der Mensch verändert sich im Auto

In Deutschland scheint es ganz besonders ausgeprägt zu sein, dass Menschen in dem Moment, in dem sie in ihr Auto steigen, eine Wesensveränderung durchmachen. Der Metallkasten scheint ihnen wie eine Rüstung, die Windschutzscheibe wie ein Visier, durch das man sie nicht mehr erkennen kann. Das Auto, meine Herren, ist ein Fortbewegungsmittel und kein Sportgerät. Junge Männer werden durch schnelles Fahren nicht automatisch selbst zu Spitzensportlern – höchstens in ihren verzwirbelten Gedankengängen.

Benjamin Behrens 16.07.2020
Benjamin Behrens 10.07.2020
Dagny Siebke 06.06.2020