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14:15 26.10.2018
Ein bühnenreifer Auftritt: Frauke Betz (links) und Jessy James LaFleur in der Brauerei Betz. Quelle: Anke Schlicht
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„Frauke, wie würdest du denn euer Bier bewerben?“, lautet eine der ersten Fragen der Moderatorin. Dass die Geschäftsführerin einer Brauerei dazu Ideen hat, ist nicht ungewöhnlich, aber dass sie diese in Form eines gespielten Spots auch gleich zur Filmreife bringt, ist alles andere als selbstverständlich und eine Überraschung für das Publikum im voll besetzten Gastraum der Brauerei Betz. Von Bier versteht die Cellerin, die einen Zweig des Familienunternehmens in vierter Generation leitet, nun mal etwas, könnten kritische Geister einwenden, doch mit diesem Argument kommt man bei Frauke Betz nicht weiter.

Im Laufe des zweistündigen Abends kristallisiert sich eine Frau heraus, die dem Anspruch des von der Volkshochschule (VHS) anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens ins Leben gerufenen Formates, Celler Persönlichkeiten vorzustellen, alle Ehre macht. Keineswegs hat sie sich bei der Wahl ihrer beruflichen Laufbahn auf die erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit ihrer Familie verlassen. „Ich wollte immer auf eigenen Füßen stehen“, berichtet die 51-Jährige. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Hannover kehrte sie ihrer Heimatregion für lange Zeit den Rücken und erfüllte sich den Wunsch, im Ausland zu arbeiten.

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Jessy James LaFleur hat in Betz eine Gesprächspartnerin, die ihr an Eloquenz und Sprachenvielfalt in nichts nachsteht. Die Berliner Kiezpoetin hält sich zurück, überlässt ihrem Gast, der sechs Sprachen fließend spricht, das Feld. Betz füllt es aus mit Geschichten, die von Weltläufigkeit und Lebensklugheit zeugen.

Im Jahr 2005 kehrte sie zurück in ihre Heimatstadt und stieg ein in die Arbeit des Familienunternehmens. Auch hierüber berichtet sie, aber mehr noch stellt sie ihre Erfahrungen innerhalb der Tätigkeit für den Rotary Club, die sie unter anderem nach Venezuela und Indien führt, in den Mittelpunkt. Ihre Reisen und das Leben im Ausland haben die Geschäftsfrau geprägt.

LaFleur hört aufmerksam zu, durchbricht dann die Zurückhaltung jedoch mit einer Aufgabenstellung, die es in sich hat: „Werft mir mal Begriffe zu“, fordert das Multitalent sein Publikum auf. „Frauke soll einen Stand-up-Vortrag halten, in dem sie eure Wunsch-Wörter verwendet.“ Die weitgereiste Cellerin überlegt kaum eine Minute und hält dann ein Kurzreferat, das LaFleurs im Laufe des Talks getroffene Beschreibung ihres Gegenübers voll und ganz bestätigt: „Frauke, das Phänomen.“

Von Anke Schlicht

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