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Celle Ortsteile Bahn erweitert Lärmschutz in Garßen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Bahn erweitert Lärmschutz in Garßen
14:59 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Setzt sich für verbesserten Lärmschutz ein: der Garßener Benno Mausolf. Quelle: Oliver Gatz
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Garßen

Der Protest der Anwohner im nördlichen Teil Garßens trägt Früchte: Nach Auskunft der Bahn wird der geplante Lärmschutz an der Trasse um 500 Meter in Richtung Hornshof verlängert.

Benno Mausolf, der in der Straße Brennmoor wohnt und unmittelbar unter dem Krach der Züge leidet, ist zufrieden: „Das ist ein Anfang“, sagte er.

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Wünschenswert sei aber neben den geplanten Schienenstegbedämpfern auch passiver Lärmschutz. Das heißt: finanzielle Unterstützung für den Einbau von Lärmschutzfenstern und Belüftungsanlagen für Schlafzimmer. „Sie können nachts bei geöffnetem Fenster nicht schlafen. Bei jedem Zug werden Sie wach“, klagt Mausolf, der Unterschriften der Anwohner gesammelt hatte, um die Bahn auf die unzumutbaren Zustände hinzuweisen.

Mausolf steht im schriftlichen Kontakt mit der Deutsche Bahn Netz AG in Frankfurt am Main. Jetzt wurde ihm mitgeteilt, dass die geplanten Lärmschutzmaßnahmen nicht am alten Bahnhof in Garßen enden sollen, sondern um etwa 500 Meter in Richtung Hornshof verlängert werden. Bislang plante die Bahn Lärmschutzmaßnahmen im Rahmen eines Pilotprojektes auf einer Strecke von 1,7 Kilometern vom Silbersee bis zum alten Bahnhof.

Dabei will der Verkehrskonzern den Einsatz von niedrigen Schallschutzwänden testen. Sie sind lediglich 38 bis 72 Zentimeter hoch. Zudem sollen Schienenstegbedämpfer den Krach der vorbeirauschenden Personen- und Güterzüge verringern. Dabei werden über ein Masse-Feder-System Schienenstegschwingungen und Rollgeräusche absorbiert. Mit beiden Maßnahmen kann nach früheren Angaben der Bahn eine Lärmreduzierung von bis zu sechs Dezibel erreicht werden.

„Es kommt definitiv beides“, betonte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Seinen Angaben zufolge läuft derzeit die Ausschreibung für den Bau der Schallschutzwände. Auch in Bezug auf die Schienenstegbedämpfer liege man im Plan. Meyer-Lovis begrüßte die „konstruktive Zusammenarbeit“ mit den Anwohnern in Garßen. Es gebe keine Veränderungen an dem zugesagten Streckenabschnitt. Nach Angaben der Deutsche Bahn Netz AG sollen die geplanten Lärmschutzmaßnahmen im dritten Quartal dieses Jahres in Angriff genommen werden.

Die lärmgeplagten Garßener im Norden des Stadtteils hatten moniert, dass sie von den Lärmschutzmaßnahmen zwischen Silbersee und altem Bahnhof nichts hätten. Mausolf hatte im Sommer die Bahn aufgefordert, den Schallschutz um einige Hundert Meter in Richtung Norden zu verschieben.

„Grundsätzlich begrüße ich das sehr“, sagte Garßens Ortsbürgermeister Michael Bischoff (CDU). Der Ortsrat habe immer deutlich gemacht, dass es Sinn mache, beim Lärmschutz das Wohngebiet im Bereich Brennmoor und Zum Hartsteinwerk sowie das dortige Altenheim einzubeziehen. Im Bereich zwischen altem Bahnhof und Silbersee sei der Lärmschutz teilweise nicht unbedingt erforderlich, weil dort bereits lärmdämpfende Aufschüttungen existierten, sagte Bischoff.