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Celle Ortsteile Celler Hafen entwickelt sich zum Hotspot
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Hafen entwickelt sich zum Hotspot
18:21 09.08.2018
Von Dagny Siebke
Viele Jugendliche halten sich derzeit bis spät in die Nacht draußen auf. "Das ist ein Phänomen des Jahrhundertsommers", sagt Polizeisprecherin Birgit Insinger.  Quelle: Oliver Knoblich
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Celle-Altstadt

Seit der Eröffnung des neuen Hafens vor zwei Jahren kehrt auf der Allerinsel immer mehr Leben ein. Während der heißen Sommermonate nutzen Jugendliche die langen Treppenstufen als Treffpunkt. Was viele Celler nicht wissen: Schon seit 20 Jahren wohnen neun Familien an der Hafenstraße. Die Nachbarn sagen, dass sie häufig mitten in der Nacht hochschreckten, weil Alkohol- und Lärmpegel zu hoch seien oder die Baustrecke als "Renn- und Schleuderstrecke" genutzt werde.

Polizeisprecherin Birgit Insinger nimmt die Beschwerden der Anwohner gelassen: "Das ist ein Phänomen des Jahrhundertsommers. Momentan gibt es diverse Ruhestörungsmeldungen im gesamten Stadtgebiet." Die Allerinsel werde regelmäßig von der Polizei bestreift. Insingers Erfahrung nach stört nachts jedes Geräusch. Sie sagt, dass gefühlte und tatsächliche Lautstärke häufig weit voneinander abwichen.

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Insinger erklärt: "Die Jugendlichen sind keine Schwerverbrecher und feiern keine wilden Partys und Exzesse. Es sollten alle Seiten Rücksicht aufeinander nehmen und sich in der Mitte treffen." Die Polizei habe nur Einzelfälle registriert. Es gebe auf der Allerinsel kein erhöhtes Unfallaufkommen. Insinger ist sich sicher, dass mit sinkenden Temperaturen wieder Ruhe einkehrt.

"Unser Hafen ist in der Tat ein mittlerweile beliebter ,Hotspot'", sagt Stadtsprecherin Myriam Meißner. "Schade nur, dass ihn einige ein wenig ,missbrauchen' und der Allgemeinheit damit Ärger bereiten." Eine Tauchergruppe der DLRG hat das Hafenbecken kürzlich von Müll befreit. Das Straßenreinigungsteam leert die drei Papierkörbe und sorgt neben den Mitgliedern des Yachtclubs für Ordnung. "Aber das nützt alles nichts, wenn der Abfall von sicherlich einigen wenigen kurzerhand auf Treppenanlagen und dem Kai liegen gelassen wird, Flaschen zerschlagen und Beschilderungen von Parkplätzen und Baustellen einfach ins Hafenbecken geschmissen werden." Die Stadt wünscht sich, dass alle Gäste ein sorgsames Auge auf das Gelände haben, damit der Hafen auch in Zukunft ein beliebter Treffpunkt bleibt.