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Celle Ortsteile Celler Wirtschaft gut aufgestellt / Fachkräftemangel bereitet Sorgen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Wirtschaft gut aufgestellt / Fachkräftemangel bereitet Sorgen
17:25 21.11.2013
Von Oliver Gatz
Wirtschaftsgespräche im Celler Tor (von links): Jörg Bode, Michael Wilkens, Manfred Bläsig und Salih Cete. Quelle: Gert Neumann
Groß Hehlen

GROSS HEHLEN. Was ist nötig, um den Wirtschaftsstandort Celle stabil zu halten und für die Zukunft fit zu machen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwoch eine vierköpfige Expertenrunde im Hotel Celler Tor auf Einladung der Celler FDP. Tenor: Es bedarf günstiger Rahmenbedingungen bei Wirtschaftsförderung, Denkmalschutz und Infrastruktur, damit Celle im Wettbewerb mit anderen Kommunen nicht das Nachsehen hat.

Im Celler Raum stehen viele Firmennachfolgen an, insbesondere im Handwerk und bei den Dienstleistungen. "Das wird ein zentrales Thema sein, um die Arbeitsplätze, die wir heute haben, in Zukunft zu sichern", sagte Manfred Bläsig, Bereichsleiter für Unternehmenskunden bei der Sparkasse Celle. Auch der Celler IHK-Chef Michael Wilkens misst der Bestandspflege bei der Wirtschaftsförderung hohe Bedeutung zu. Denn neue Firmenansiedlungen seien die absolute Ausnahme.

Nach Auffassung des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP-Landtagsfraktion Jörg Bode sollte man einerseits auf lokale Stärken setzen, aber auch die Ansiedlung weiterer Firmen nicht aus dem Auge verlieren. Dazu seien attraktive Gewerbegebiete und eine gut funktionierende Wirtschaftsförderung erforderlich. "Da steht man im kommunalen Wettbewerb. Da muss man als Verwaltung Dienstleister sein und nicht Behörde."

Auch die Lebensqualität einer Stadt sei entscheidend im Wettbewerb um Fachkräfte, sagte Bode. "Hier muss man attraktiv sein, damit auch die Fachkräfte da sind." Dass es immer schwieriger wird, gut ausgebildetes Personal zu finden, bestätigte Bauunternehmer Salih Cete: "Qualifizierte Arbeitskräfte werden immer weniger."

Zügiger Ausbau der Ostumgehung, mehr Wertschätzung für das Unternehmertum, Wege für Existenzgründer ebnen, intensiver Kontakt der Wirtschaftsförderung zu den Firmen und eine städtische Denkmalpflege, die nicht nur sagt, was nicht geht, sondern wie man zu Lösungen kommen kann, waren weitere Diskussionspunkte. Offenbar hat sich mit dem jetzigen Stadtdenkmalpfleger Gisbert Knipscheer die Zusammenarbeit gebessert. "Es gibt eine ganze Reihe von Hinweisen, dass sich die Situation geändert hat", sagte Bläsig. Diesen Eindruck bestätigte auch Wilkens.

Außer Frage stand, dass ein Hochschulangebot den Wirtschaftsstandort aufwerten würde. Möglicherweise ließe sich hier etwas im Zusammenhang mit dem Bohrsimulator initiieren, hoffte Wilkens. Zur derzeitigen Wirtschaftlage sagte er: "Den Unternehmen geht es verdammt gut. Es wird weiter auf hohem Niveau ausgebildet." Bläsig ergänzte: "Die Unternehmen sind sehr positiv gestimmt."