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Celle Ortsteile "Ein Schulabschluss für jeden Jugendlichen"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Ein Schulabschluss für jeden Jugendlichen"
13:58 13.06.2010
Von Klaus Frieling
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Groß Hehlen

Die Föderalismusreform von 2006 (die die Kompetenzen in Sachen Bildung bei den Bundesländern bündelt) habe das zuvor völlig zerrüttete Verhältnis zwischen Bund und Ländern wieder entkrampft. "Es gibt gerade in der jetzt zuende gehenden Legislaturperiode soviel Gemeinsamkeit zwischen Bund und Länder wie nie zuvor."

"Ich kenne ja beide Seiten", verweist Schavan auf ihre landespolitischen Erfahrungen vor dem Wechsel ins Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Berlin -- von 1995 bis 2005 war die promovierte Theologin Kultusministerin in Baden-Württemberg, führte dort das Abitur nach zwölf Jahren und den Fremdsprachenunterricht an Grundschulen ein. Die Rolle des Bundes in der Bildungspolitik sei nun die einer Lokomotive -- "gerade im EU-Rahmen können Bund und Länder nur gemeinsam bestehen". Einheitliche Standards sind nötig -- und die Länder hätten durchaus die Einsicht gewonnen, dass sie zueinander finden müssen, meint die Bundesministerin.

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Und auch das Geld ist wichtig. Der Haushalt ihres Bundesministeriums für Bildung und Forschung sei in den vergangenen vier Jahren um 36 Prozent erhöht worden, zieht Schavan durchaus zufrieden Bilanz. Das habe, gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten, durchaus zu harten Verteilungskämpfen im Kabinett geführt. "Wir haben gezeigt, dass wir auch dazu die Kraft haben."

Auch den nationalen Bildungsgipfel des vergangenen Jahres nennt Schavan als wichtige Wegmarke: "Mit der dort vereinbarten Qualifizierungsinitiative besteht Einigkeit darüber, bis zum Jahr 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Bildung zu investieren."

Die Bildungspolitik sieht Schavan als "Megathema" der nächsten Legislaturperiode. Angebote frühkindlicher Bildung müssten weiter ausgebaut werden, die "Durchlässigkeit des Bildungssystems" (die Möglichkeit zum Wechseln zwischen den unterschiedlichen Angeboten im dreigliedrigen Schulsystem) verbessert werden. "Ein Schulabschluss für jeden Jugendlichen", gibt die CDU-Politikerin als Ziel für die in zweieinhalb Wochen zu wählende neue Regierungsmehrheit aus. Eine Aufgabe, der Schavan sich selbst gern wieder stellen würde – lieber mit der FDP als den Sozialdemokraten als Koalitionspartner. "Die SPD diskutiert immer nur über Strukturen. Wir müssen aber nicht nur über Strukturen sprechen, sondern auch über Inhalte."