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Celle Ortsteile Gedenktag am 27. Januar erinnert an alle Opfergruppen der NS-Zeit
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Gedenktag am 27. Januar erinnert an alle Opfergruppen der NS-Zeit
19:32 28.01.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Audrey-Lynn Struck
Belsen

"In England feiern wir den Gedenktag immer bei uns. Das ist ein Teil, mit dem sich unsere Organisation beschäftigt", erzählt Marion Langley. Die 62-Jährige ist zusammen mit drei weiteren Frauen aus der Organisation "Unison South Tyneside Health" für etwa eine Woche in Deutschland. Ein Besuch in Bergen-Belsen anlässlich des Gedenktages war dabei für die vier Britinnen ein Muss. "Wir wollten schon immer mal hierher", berichtet Myrtle Spence. Von den ganzen Eindrücken sind die Frauen regelrecht erschlagen und sichtlich bewegt. "Ich konnte kaum glauben, dass damals einige Leute am Wochenende hierher kamen, um sich die Gefangenen anzusehen – wie die Tiere im Zoo. Das hat mich echt fertiggemacht", sagt die 59-jährige Susan Scott. Alle vier sind sich einig, dass ein Gedenktag unerlässlich ist, um der NS-Verbrechen weiter zu gedenken. "Man sollte bei all der Erinnerung aber auch nie vergessen, weiter nach vorne zu schauen", sagt Maria Patterson.

Die Cellerin Petra Schwarz war mit ihrer Tochter am Samstag auf der Rückreise nach Hause. "Da Neele das Thema gerade in der Schule durchnimmt, dachten wir, wir halten spontan in Bergen-Belsen nochmal an", erzählt Schwarz. Die 43-Jährige beunruhigen die politischen Ereignisse in den vergangenen Jahren, durch die viel rechtes Gedankengut hochgekommen sei. "Gerade vor diesem Hintergrund ist so ein Gedenktag wie heute unheimlich wichtig, damit die Geschichte nie in Vergessenheit gerät und so etwas nicht nochmal passiert", sagt Schwarz.

Vor allem Gedenkstätten halten die Besucher Beate Kraut und Günter Schröder für das Erinnern unabdingbar. "Nur durch Sachwissen ist das, was damals passiert ist, nicht zu vermitteln", ist sich der 67-jährige Schröder sicher. Und Kraut ergänzt: "Man kommt nur über die Emotionen an die Leute heran. Erst dann prägt sich das Geschehene ein." Sie bedauert, dass sich heutzutage zu wenig Menschen des Holocaust-Gedenktages bewusst sind.

Sobald Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, die Bezeichnung "Holocaust-Gedenktag" hört, stellen sich bei ihm alle Nackenhaare auf. "Das ist ein falsches Label, dass sich statt der richtigen Bezeichnung so eingebürgert hat", sagt Wagner. Mit dem Begriff Holocaust werde die NS-Vergangenheit auf die größte Opfergruppe, die der Juden, eingegrenzt. Das habe eine Schieflage im öffentlichen Bewusstsein zur Folge. "In allen Konzentrationslagern waren eigentlich mehr politische Häftlinge als Juden", erklärt Wagner und plädiert dafür, der ganzen Bandbreite an Opfern gleichermaßen zu gedenken.

Wie die Erinnerung wachgehalten und auch der jüngeren Generationen die Vergangenheit nahegebracht werden kann, erklärte Sarah Vogel, Mitarbeiterin der Netzwerkstelle für jugendpolitische Bildung bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen (aejn) gestern Abend im Rahmen eines Vortrages in Hermannsburg. So gibt es unter anderem das Internationale Jugendworkcamp Bergen-Belsen, bei dem zahlreiche Workshops, Gedenkfeiern und Gespräche mit Zeitzeugen auf dem Programm stehen. Am Ende des Vortrags schilderte Vogel ihre Sorge über die aktuelle Entwicklung und forderte dazu auf, gerade in dieser Zeit mehr Achtung vor der Geschichte zu haben. "Wir als nachfolgende Generation tragen keine Schuld, aber für den richtigen Umgang mit der Geschichte tragen wir eine große Verantwortung", betonte Vogel.

Wie sieht die perfekte Geburtstagsüberraschung aus? Und wie ist es, in einer perfekten Welt zu leben? Unter dem Titel "Wir sind perfekt", geschrieben von Andreas Kroll, beschäftigt sich die Theater-AG des Ernestinums in insgesamt zehn Szenen mit dem Thema Perfektion.

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