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Celle Ortsteile Geothermie mit "Herz und Bauch"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Geothermie mit "Herz und Bauch"
14:36 08.07.2011
Um Geothermie ging es am Montagabend in Celle. Von links: Volkwart Harders, Dr. Susanne Schmitt, Uwe Baumert und Dr. Stefan Birkner. Quelle: Gert Neumann
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Doch je länger Birkner sprach, desto länger wurde auch das Gesicht der Cellerin. Von Fukushima war die Rede, von der Wende der Wende der Energiepolitik, von Wasserkraft, von Windrädern und Photovoltaikanlagen, nicht aber von der Geothermie. Ausdrücklich lobte zwar der Staatssekretär in seiner Rede die Region Celle als „Begründerin der Bohrung nach Erdöl“, verwies auf seine 150-jährige Erfahrung in diesem Metier und wollte auch weitere kreative Ansätze nicht schmälern. Derzeit setze das Land Niedersachsen jedoch nicht auf Geothermie zum Ausgleich der durch den beschlossenen Atomausstieg vorhandenen Energielücke, war zwischen den Zeilen zu entnehmen. Birkners Fazit: Man setze auf bereits vorhandene erneuerbare Energien, in denen das Land führend sei, wie Wind- Kohle-, Sonnenkraft und Biomasse.

Schmitt warb unverdrossen für die Vorzüge der Geothermie. „Celle hat sich als bundesdeutsches Zentrum für Geothermie mit entsprechenden Verflechtungen etabliert. Wir haben ein großes Potenzial an erneuerbaren Energien.“ Sie sei sich sicher, dass damit ein großer Teil der bisherigen Energien ersetzt werden könne. Hier in der Region sei eine besonders hohe Ausbeute zu erwarten. Eine Verstromung sei zurzeit zwar noch nicht möglich, doch größere Wärmeenergie könne schon in oberflächennahen Schichten gesichert werden.

Schmitt will die Lobbyarbeit verstärken: „Bislang diskutieren wir ausschließlich wissenschaftlich die Vorzüge dieses Energiezweiges. Wenn wir die Menschen erreichen wollen, müssen wir auch mit Herz und Bauch diskutieren und ein Anwenderprogramm auflegen. Wir in Celle sind die Anwender. Das will ich in die Welt hinaus tragen“.

Von Gert Neumann