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Celle Ortsteile Hexen, Halloween und der Aberglaube
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Hexen, Halloween und der Aberglaube
13:46 29.10.2018
Zwei weise Kräuterfrauen, Petronella und Begina (links), unter sich: An der Stechbahn verweisen sie auf die frühere Hofapotheke, hier bezogen die Naturheilerinnen die Pflanzen, die im Garten nicht wuchsen. Quelle: Anke Schlicht
Altstadt

Einen winzig kleinen Auftritt haben die weisen Kräuterfrauen Begina und Petronella dem Symbol, das wie kein anderes für Halloween steht, dann doch noch eingeräumt. Am inneren Licht des Minikürbis entzündet sich das Feuer, das über Tod oder Leben der Hexe, die den Mittelpunkt der letzten Celler Stadtführung des Jahres bildet, entscheidet.

„Kommt mit uns in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts, in die Zeit des Aberglaubens und der Hexen“, fordern die beiden Gästeführerinnen Kornelia Quaritsch und Irina Gankema in den Rollen zweier Naturheilerinnen ihre Gäste auf und erläutern an zahlreichen Stationen in der Altstadt das Schicksal, das elf Frauen zwischen 1547 und 1572 in Celle widerfuhr. Die Heilkundigen wurden der Hexerei beschuldigt, barbarischer Folter unterzogen und öffentlich verbrannt.

Dem Aberglauben kam insofern Bedeutung zu, als dass die Menschen des Mittelalters viele Phänomene nicht verstehen konnten, daher an höhere Mächte glaubten und versuchten, diese mit allerlei Ritualen und Bräuchen zu bannen, was mancher Heilerin zum Verhängnis wurde. „Zu meiner Zeit waren Kräuter und Worte wichtig“, sagt Begina vor der früheren Hofapotheke an der Stechbahn. Hexen und Halloween haben nichts miteinander zu tun. Lediglich im Aberglauben treffen sie sich. Der ausgehöhlte Leuchtkürbis lässt sich zurückführen auf die Legende um den irischen Bösewicht Jack Oldfield, der mit einer List den Teufel einfing und seither als Toter umherwandelt. Denn Satan gewährte ihm keinen Einlass in die Hölle, der Himmel kam für Oldfield ohnehin nicht in Frage. Immerhin erbarmte sich der Teufel und schenkte dem Alten ein glühendes Stück Kohle und eine Rübe zwecks Orientierung im stetigen Dunkel.

Das Fest Halloween geht auf ein vor allem in Irland verbreitetes Brauchtum zurück, den Vorabend von Allerheiligen am 1. November feierlich zu begehen. „All Hallows‘ Eve“ – der Abend vor Allerheiligen – verkürzte sich im Laufe der Jahrzehnte zu Halloween. Die irischen Auswanderer hielten an ihren Traditionen fest, so verbreitete sich die Form der Heiligenverehrung auch in den USA und schwappte in den 1990er Jahren auch nach Europa über.

Hexen und Halloween haben nicht viel gemeinsam – Anlass zum Gruseln liefert sowohl das eine wie das andere, an Gestalten in Schockgewändern wird es am morgigen Tag nicht mangeln. Die letzte Stadtführung des Jahres feiert indes ein Happy End. Das vom kleinen Kürbis gespendete Feuer wird zur lodernden Flamme, die ohne Wirkung bleibt. Das von der exzellent vorgetragenen und gespielten Tour begeisterte Publikum hat entschieden: „Die Hexe soll nicht brennen.“

Von Anke Schlicht

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