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Celle Ortsteile Integration durch Lehrbaustellen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Integration durch Lehrbaustellen
16:42 02.08.2018
Von Gunther Meinrenken
Das Haus von Kibis an der Bergstraße soll in einem gemeinnützigen Projekt saniert werden. Quelle: David Borghoff
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Celle

Auf der jüngsten Fachwerktriennale in Hannoversch Münden stand das Thema hoch im Kurs. Manfred Gerner, Präsident der ADF: "„Möglicherweise hängt die Zukunftsfähigkeit der EU davon ab, wie wir mit der Integration der Geflüchteten umgehen werden. Die Verunsicherung in der Gesellschaft macht unser Projekt zu einer Herausforderung.“ Jeder vierte Migrant, so Gerner, habe einen Job, etwa jeder fünfte einen sozialversicherten Arbeitsplatz. Mit etwa 180.000 Personen sei deren Beschäftigungszahl dennoch relativ gering. Im vom Personalmangel gezeichneten Handwerk sieht Gerner darum für Migranten gute Chancen auf Qualifikation und Integration innerhalb der Fachwerkstädte.

Auf der Tagung stellten sieben von zehn Fachwerkstädten ihre Projekte vor. Für die Residenzstadt trug die engagierte Bürgerin Karin Abenhausen vor. Auch in Celle sei es „höchste Zeit, einen gemeinnützigen, integrativen Pool zu bilden, aus dem wir alle schöpfen können", sagte Abenhausen. In der Altstadt gebe es einen unübersehbaren und dramatischen Wohnungsleerstand. Nur noch 1000 Menschen lebten in der Altstadt, bei insgesamt 70.000 Einwohnern insgesamt.

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Das Triennale 19-Projekt ziehe es jetzt nach Bennebostel, auf den Hof Wietfeldt, wo ein Backhaus aus dem Jahr 1743 saniert werden soll. Die Eigentümerfamilie unterstützt das Vorhaben, übernimmt Materialkosten und und in Person von Marc Wietfeldt die Bauleitung. „Die Berufsschule stellt Fachkräfte und richtet eine Klasse mit zwölf Schülern dafür ein. Handwerkskammern und -innungen, das städtische Baumanagement, Betriebe, die Bürgerstiftung und die Zuwanderungsagentur sind ebenfalls eingebunden. Träger ist die Bürgerstiftung, sie wird das Haus für 10 bis 15 Jahre übernehmen, somit wird es einem gemeinnützigen Zweck übergeben“, ergänzte Abenhausen.

Ein zweites Vorhaben werde gerade in der Altstadt geplant. Hier soll zwischen Südwall und Bergstraße ein ehemaliges Werkstattgebäude, das der Selbsthilfegruppen-Initiative Kibis gehört, von Jugendlichen und Flüchtlingen saniert werden. Dirk Diekmann, städtischer Architekt der Abteilung Städtebauförderung: "Die Idee ist, das Haus als kulturelles und soziales Begegnungszentrum umzugestalten. Wir stehen aber noch ganz am Anfang."

Oberbürgermeister Jörg Nigge betont die synergetischen Effekte der Projekte:„ Die Einrichtung von Lehrbaustellen in historischer Bausubstanz unterstütz die Berufsorientierung von Jugendlichen im Bereich Handwerk und Denkmalpflege und dient gleichzeitig dem Erwerb von handwerklichen und sozialen Kompetenzen.“

Gunther Meinrenken 02.08.2018
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