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Celle Ortsteile „Klappmaul-Komiker“ Werner Momsen begeistert mit seriösem Kabarett
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile „Klappmaul-Komiker“ Werner Momsen begeistert mit seriösem Kabarett
18:18 06.03.2018
Quelle: Peter Bierschwale
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Gleich für zwei aufeinander folgende Veranstaltungen hatte die Reihe „Kultur querbeet“ den Komiker gebucht, beide Veranstaltungen waren mit je 200 Zuschauern seit Wochen ausverkauft. „Wir hätten auch vier Veranstaltungen voll bekommen“, erklärte Querbeet-Chef Jürgen Wippich am Rande der Veranstaltung.

Wer ist „Werner Momsen“? Viele haben ihn schon kennengelernt, auch bei Fernsehauftritten. Man kann tatsächlich bei seinen Auftritten für einen Moment vergessen, dass er „nur“ eine Puppe ist. Hinter ihm steckt im wahrsten Sinne des Wortes Detlef Wutschik, den man wegen seiner schwarzen Kleidung gar nicht recht wahrnahm. Wutschik hatte sich die Puppe vor den Bauch geschnallt und steckte mit einer Hand in Momsens Kopf, mit der anderen führte er dessen linke Hand.

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Momsen sabbelte ohne Pause und fast ohne Luft zu holen in schönstem norddeutschem Slang über seinen „dicken Hals“, den er auf dem Gang auf eine moderne Toilette bekomme. Die Nummer hatte er zwar erst kürzlich in Celle gezeigt, aber die ist so gut, dass man sie mehrmals sehen kann. Und sie ist typisch für Momsen: klasse Gestik, und eine fein herausgearbeitete Komik, die auf den Irritationen basiert, die jeder schon einmal erlebt hat:

Allein die Szene, in der er versuchte, beim Händewaschen den Wasserhahn durch „Wedeln“ zum Laufen zu bringen, um dann festzustellen, dass es sich um einen „analogen“ Hahn handelte, trieb dem Publikum die Tränen in die Augen.

Vor zwei Jahren sei die Welt noch nicht so schlimm wie heute gewesen, da habe es das „Trumpeltier“ noch nicht gegeben. Man habe doch gehofft, dass der amerikanische Präsident irgendwann „die Maske abnehmen“ werde – und Günter Wallraff mit den Worten zum Vorschein komme: „Ihr macht aber auch allen Scheiß mit.“

Fast ernsthaft plädierte Momsen dafür, nicht ständig über alles zu meckern und mit „Schaum vorm Mund“ herumzulaufen. Viele würden ihr Glück gar nicht mehr wahrnehmen: „Wenn du ständig aus der Haut fährst, findest du vielleicht irgendwann nicht mehr zurück.“

Von Peter Bierschwale