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Celle Ortsteile Mini-Phänomenta fasziniert Schüler
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mini-Phänomenta fasziniert Schüler
13:42 13.06.2010
„Keine schwere Sache.“ Für Mario Höppner ist der Bau des Klopfophons trotzdem mit Arbeit verbundent. Quelle: Stefan Kübler
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Wietzenbruch

Tasten, fühlen, anfassen: Die Kinder der GHS Auf der Heese in Wietzenbruch entdecken zur Zeit physikalische Phänomene für sich. Am Drei-Zeiten-Pendel probieren die Schüler aus, wie sich die Schwingungen von unterschiedlich langen Pendeln unterscheiden. Die Bleistifttonleiter macht hingegen den Stromfluss hörbar.

Rund 30 solcher Stationen sind derzeit von der Universität Flensburg geliehen und in der Schule aufgebaut. Die wie Spielzeuge ausschauenden Geräte haben jedoch einen ernsten Hintergrund: „Da sich Kinder immer weniger für Physik und Technik interessieren, fehlt es der Industrie jetzt schon an Fachkräften“, erklärt Lehrerin Maria Rest. Dieser Mangel würde in der Zukunft noch größer werden. Daher hob die Universität Flensburg das innovative Projekt „Mini-Phänomenta“ aus der Taufe. Ziel sei es, die Kinder wieder auf die Naturwissenschaften neugierig zu machen, so Rest weiter.

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Beim kleinen Marlon Vornau ist das bereits gelungen. Sichtlich beeindruckt steht der Dreijährige vor dem Holzgerüst mit den Metallkugeln. Erst stupst er alle drei Pendel vorsichtig an. Voller Verwunderung beobachtet er dann, wie ein Pendel schneller zurück schwingt als das andere. „Die Kinder sollen lernen, was passiert – und nicht, warum“, beschreibt Rest die Szene. Im Idealfall diskutieren sie später über ihre Beobachtungen und kommen so den Geheimnissen der Physik auf die Schliche. In den Zeiten von PC und Internet sei dies eine wertvolle Errungenschaft.

Aus dem Nebenraum ist lautes Hämmern und Sägen zu hören. Hier arbeiten Eltern und Lehrer daran, die nur geliehenen Stationen nachzubauen. Das Geld dafür kommt aus dem Schuletat. Zwischen Sägespänen und Elektrokabeln stehen Mario Höppner und Inge Kramer-Weiß. Beide versuchen sich am Bau eines Klopfophons, ein aus Plastikröhren und Holz bestehendes Musikinstrument. „Was wir da jetzt machen müssen, weiß ich auch nicht genau“, meint Kramer-Weiß, während sie ratlos in die Anleitung schaut. Mario Höppner ist jedoch ganz in seinem Element: „Das ist keine schwere Sache – in zwei Stunden sind wir fertig.“ Dann setzt er seine Säge wieder an. Das Klopfophon muss schließlich fertig werden.

Lehrerin Maria Rest ist zufrieden mit der Resonanz auf die Mini-Phänomenta: „Die Kinder sind total begeistert und fasziniert.“ Beim Spielen sei nicht mal etwas zu Bruch gegangen. Sie hofft, dass die Ausstellung einen nachhaltigen Eindruck auf ihre Schüler hinterlasse. Beim kleinen Marlon hat sie das sicherlich getan.

Von Christian Uthoff