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Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mit Leidenschaft fürs Herz
16:59 26.06.2018
Von Gunther Meinrenken
Professor Dr. Wolfram Terres im Herzkatheterlabor. Der Chefarzt der Klinik für Kardiologie wird nach 20 Jahren am AKH den Arztkittel an den Nagel hängen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Terres ist in Saarbrücken geboren worden. Dort hat er das deutsch-französische Abitur abgelegt, was die Verbundenheit zum Nachbarland begründete. „Ehrlich gesagt, wusste ich nicht genau, was ich anschließend machen sollte. Mein Vater, der selbst HNO-Arzt war, hat mir vorgeschlagen, ich solle Medizin studieren“, erzählt Terres, der den Rat beherzigte. Nach Abschluss des Physikums in Homburg/Saar schloss er vier Jahre später sein Studium an der TU München ab. Zwei Jahre später folgte die Promotion am Klinikum rechts der Isar, mit 24 Jahren.

Seine Berufswahl hatte Terres in der Zwischenzeit längst gepackt, vor allem die Spezialisierung als Kardiologe. „Die Kardiologie war eine Begeisterungswahl“, sagt Terres. Und dafür gesorgt hatten die Vorlesungen von Hans Blömer, der die invasive Kardiologie und Herzschrittmachertherapie in Deutschland maßgeblich beeinflusst hatte. Blömer lehrte damals am Klinikum rechts der Isar. „Er hat die Kardiologie so mitreißend und plastisch dargestellt. Man musste eine halbe Stunde früher im Hörsaal sein, sonst hat man keinen Platz mehr bekommen“, erinnert sich Terres.

Nach seiner Doktorarbeit wechselte er ans Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) nach Hamburg, legte dort 1990 seinen Facharzt für Innere Medizin und ein Jahr später auch für Kardiologie ab. 1992 folgte die Habilitation, 1997 wurde Terres Professor. Ein Jahr darauf folgte der Wechsel als Chefarzt ans AKH nach Celle. Relativ schnell setzte der damals 40-Jährige hier das um, was er am UKE gelernt hatte. „Als ich Examen gemacht habe, steckte die Kardiologie noch in den Kinderschuhen. Die Standardbehandlung eines Herzinfarkts bestand darin, den Patienten ins Bett zu legen und zu beten. Die meisten Betroffenen starben an den Folgen oder trugen schwere Behinderungen davon“, so Terres.

„Das UKE war damals eine tolle Adresse. Dort wurde mit zum ersten Mal überhaupt eine Gerinnselbehandlung vorgenommen und die Adern wieder geöffnet. Da hat eine riesige Entwicklung stattgefunden und es war eine großartige Sache, dass ich da mit drin gesteckt habe“, sagt Terres und man spürt förmlich die Begeisterung für seine Fachrichtung. Eine der Neuerungen etwa war die Einführung einer Rufbereitschaft für das Herzkatheterlabor inklusive dem Öffnen der Gefäße. Bereits ein Jahr nach seinem Dienstantritt in Celle führte Terres diese auch am AKH ein. „Das hat hier einen Riesenschub reingebracht“, so der Chefarzt, der es selbst auf etwa 10.000 Herzkatheteruntersuchungen in seiner Karriere gebracht hat und der in der breiten Öffentlichkeit vor allem durch die Herzwochen bekannt geworden ist.

Der Aufbau der interventionellen Kardiologie am AKH wurde von Terres weiter vorangetrieben: Löcher verschließen in der Vorhofscheidewand, Vorhofohrverschlüsse, Optimierung der Infarktbehandlung, Einsetzen von Schrittmachern, Defibrillatoren und Herzunterstützungspumpen sind hier nur einige Stichwörter. „Die Kardiologie am AKH ist bestens aufgestellt und kann in allen Bereichen vernünftige Zahlen vorweisen“, befindet Terres, der nun seinen vielen Interessen mehr Zeit widmen kann, als Chefarzt sei das oft nicht möglich gewesen. Und natürlich steht Südfrankreich auf dem Programm. „Die Düfte, die Farben, die Temperatur, Südfrankreich im Frühling ist einfach traumhaft“, schwärmt Terres.

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