Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Ortsteile Mit dem Unimog zum Einkaufen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mit dem Unimog zum Einkaufen
16:32 10.08.2018
Ernst Günther Rabe hat sich mit dem Kauf des Unimog 411 einen Kindheitstraum erfüllt. Quelle: Oliver Knoblich
Anzeige
Celle

Die Liebe zu dem grünen Oldtimer entstand nicht durch Zufall. Schon als Kind hatte Rabe mit einem Unimog 411, allerdings in einer Modellversion, im Kies gespielt. „Damals wohnten wir in der Nähe der Genossenschaft in Hermannsburg. Die hatten einen Unimog 411 als Nutzkraftwagen. Als 10-Jähriger habe ich auf diesem Auto fahren gelernt und durfte dann öfter Mal Stückgut vom nahe gelegenen Bahnhof abholen. Das ist heute natürlich nicht mehr vorstellbar“, erzählt Rabe.

Wer denkt, dass Rabe seinen Oldtimer nur zu besonderen Anlässen ausfährt, täuscht sich. „Ab und an fahre ich auch mal zum Einkaufen mit dem Unimog. Da kommt dann immer die Frage, ob ich heute noch etwas Größeres vorhätte“, erzählt er. Dank des normalen Nummernschilds sind die kleinen Ausflüge zum nahe gelegenen Supermarkt auch kein Problem. Rabe selbst nutzt den Unimog aber auch für ganz alltägliche Dinge, wie Holz oder Bauschuttfahren. Für ihn ist das Fahrzeug ein Allrounder: „Ich nehme den Unimog für alles“, sagt er begeistert.

Anzeige

Eine Einschränkung auf langen Strecken hat der Oldtimer allerdings: „Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 53 Stundenkilometern.“ Damit ist der Unimog 411 genau 7 Stundenkilometer zu langsam, um auf der Autobahn zu fahren. „Wir sind jetzt schon einige Male nach Schleswig-Holstein in den Urlaub gefahren. Meine Frau und ich tuckern dann auf den Landstraßen herum und genießen die umliegende Landschaft.“

Gekauft hat Rabe seinen Unimog vor 23 Jahren in Bodenfelde an der Weser. „Wir saßen abends mit einem befreundeten Landwirt zusammen, der eine Fachzeitschrift für Landmaschinen rumliegen hatte. Wir haben einfach mal so da drin geblättert“, erinnert sich Rabe. „Durch Zufall sind wir dann auf die Verkaufsanzeige des Unimog gestoßen. Mein Freund hat mir gar keine Wahl gelassen, ich musste den Verkäufer anrufen.“

Zum Zeitpunkt des Kaufs war der Unimog noch etwas heruntergekommen, aber trotzdem entschied sich Rabe dafür, seinen Kindheitstraum zu erfüllen. „Mein Schwager und ich holten den Wagen eine Woche später ab. Das Auto war nicht mehr super in Schuss, da der Landwirt den Unimog vor allem als Nutzfahrzeug verwendet hatte. Wir wussten nicht, wie reibungslos die Fahrt nach Hermannsburg verlaufen würde“, erzählt der 64-Jährige. „In Scheuen passierte es dann und der Wagen fing auf einmal an laut zu hupen und das Lenkrad löste sich.“ Wie sich später herausstellte, hatte der Vorbesitzer Lenkrad und Hupe falsch zusammengebaut, so dass sich die Mutter des Lenkrads löste und die Hupe los ging.

An dem Unimog musste Rabe in den ersten zwei Jahren noch etwas herum tüfteln: „Türen, Pritsche und Dach waren wirklich marode. Die kaputten Teile habe ich dann selbst ausgetauscht. Der Vorbesitzer hatte gerade erst eine neue Kupplung eingebaut. Geschraubt wird an einem Oldtimer ja sowieso öfter“, was für Rabe auch eine der schönen Seiten an seinem Hobby sei.

Ob auf dem Weg zum nächsten Unimog-Treffen nach Stuttgart zum Unimog-Club-Gaggenau oder zum Treffen des Unimog-Veteranen-Clubs in Norddeutschland, angesprochen wird Ernst-Günther Rabe immer. „Die Leute fragen oft, was ich mit meinem Oldtimer so alles mache und sind wirklich begeistert. Da kommt dann meistens ein 'Der ist ja toll', erzählt er.

Mit seinem Unimog-Stammtisch geht Rabe öfter auch mal in ungewöhnlicheres Gelände und zwar in die Kieskuhlen im Landkreis Celle. „Das macht richtig Spaß. Klar, müssen wir manchmal auch durch fremde Hilfe wieder rausgezogen werden, aber trotzdem ist das ein ganz anderes Fahrgefühl als auf der Straße.“

Von Hanna Pralle