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Celle Ortsteile Ausstellung "Hinter Stacheldraht" im Bomann-Museum
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Ausstellung "Hinter Stacheldraht" im Bomann-Museum
14:27 25.05.2018
Von Andreas Babel
Quelle: Andreas Babel
Celle

Krasser hätten die Gegensätze zweier so verschiedener Lager nicht sein können, die im heutigen Celler Stadtgebiet im frühen 20. Jahrhundert eingerichtet wurden. Den beiden außergewöhnlichen Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs hat das Bomann-Museum eine Ausstellung gewidmet, die am Freitag, 25. Mai, eröffnet wird. Ab September 1914 entstand südlich des Dorfes Scheuen das „Cellelager“. Das Barackenlager war auf etwa 10.000 Kriegsgefangene ausgelegt. Sie hausten in großen, einfachen Holzunterkünften mitten in der Einöde der Südheide. Und acht Kilometer davon entfernt wurde ein Lager ganz anderen Charakters eingerichtet: im Celler Schloss. Hier waren 250 „Zivilgefangene höherer Lebensstellung“ mitten im Celler Zentrum interniert.

Ein auf einem schlichten Holzkreuz angeschraubtes Metallschild weist darauf hin, dass der russische General-Leutnant Alexander Alexandrowitsch Archow (1858 bis 1922) hier ruht. Die Suche nach seinen Angehörigen sei bislang ergebnislos verlaufen, sagte die Historikerin des Bomann-Museums, Hilke Langhammer. Sie wird sich in einem Schülerprojekt noch in diesem Jahr um die Geschichte des Lagerfriedhofs kümmern.

Die Ausstellung wird ab Samstag, 26. Mai, im Untergeschoss des Bomann-Museums bis zum 11. November zu sehen sein (dienstags bis sonntags, 11 bis 17 Uhr). Sie zeigt zahlreiche Dokumente und Fotografien der Kriegsgefangenen, ihre Unterbringung, ihre Ernährung in Zeiten des Mangels, die Seelsorge für die Mitglieder von vier Religionsgemeinschaften und die „Freizeitgestaltung“ mit Theater, Musik, Kunst, Sport und Bildung. Thematisiert werden aber auch Fluchtversuche, Krankheit und Tod.

Biografien von Kriegsgefangenen aus Großbritannien, Italien, Belgien und Siam/Thailand, ihr Weg in die Gefangenschaft, ihre Erlebnisse in den Lagern und ihr weiteres Leben verdeutlichen, wie viele einzelne Schicksale hinter der Zahl von acht Millionen Gefangenen stehen.