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Celle Ortsteile Neues Baugebiet in Garßen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neues Baugebiet in Garßen
18:12 13.11.2018
Von Michael Ende
Darauf ein schlumpfiges "High Four": Ortsbürgermeister Andreas Reimchen freut sich, dass sich im "Blauen Land" bald neue Garßener Familien ansiedeln können. Quelle: cz
Garßen

Die Stadt Celle setzt ihre "Bauland-Offensive" fort. Nachdem die Planungen für das Groß Hehlener Baugebiet "Im Tale" bereits so weit gediehen sind, dass im nächsten Jahr die Grundstücke verkauft und bebaut werden sollen, schiebt die Verwaltung jetzt die Erschließung des Baugebiets "Blaues Land" an. Hier am Nordrand von Garßen sollen auf einer Fläche von sieben Hektar nicht etwa blaue Schlümpfe, sondern 90 ganz normale Häuslebauer zum Zuge kommen.

Der Bereich des Baugebiets liegt westlich der B 191 in 300 Metern Entfernung zur Bundesstraße und wird begrenzt durch die Straßen Garßloh im Süden, Zum Hartsteinwerk im Nordosten und westlich durch die Straße Riethkamp. Westlich und südlich grenzen Wohngebiete mit Einfamilienhäuser an, im Norden und Osten landwirtschaftliche Nutzflächen.

Hohe Nachfrage nach Baugrundstücken

Die Stadt Celle wolle neue und attraktive Wohnbauflächen schaffen, bekräftigte Stadtbaurat Ulrich Kinder jetzt im Bauausschuss: "Neben Baugrundstücken in innerstädtischen Lagen und Nachverdichtung werden auch bevorzugte Lagen am Stadtrand berücksichtigt." Um der andauernden hohen Nachfrage nach Eigenheimstandorten zu begegnen, sollten weitere Wohnbauflächen erschlossen werden.

Mehr Sozialwohnungen sollen her

"Wir befürchten, dass durch Baugebiete wie dieses die Aktivitäten immer weiter an die Peripherie verlagert werden und die Innenstadt verödet", so Daniel Biermann (AfD) im Ausschuss. Oliver Müller (BSG) pflichtete ihm bei: "Alle Nase lang ein neues Baugebiet – das ist auch nicht des Pudels Kern." Kinder: "Wir setzen sehr stark auf Innenentwicklung und wollen auch den sozialen Wohnungsbau stärken – aber wir brauchen auch Neubaugebiete wie dieses." Dies unterstrich Axel Fuchs (CDU): "Ich kenne Hunderte von Interessenten, die in Celle Einfamilienhäuser bauen wollen." Auch mit dem "Blauen Land" werde man die Nachfrage nicht befriedigen können, so Fuchs, der den Bedarf auf 300 bis 400 Grundstücke schätzt.

Immobilien Mangelware

"Die Nachricht von neuen Baugebieten löst bei Bürgermeistern und Ortsräten immer besondere Glücksgefühle aus – bei mir natürlich auch", sagt Garßens Ortsbürgermeister Andreas Reimchen (CDU). "Ich freue mich sehr, dass wir Garßener das lang ersehnte neue Baugebiet bekommen." Garßens Bevölkerungsentwicklung sei negativ, die angestrebte Marke von 3000 Einwohnern derzeit leider noch unerreichbar. "Jahrelang mussten wir mit ansehen, wie junge Familien, die in Garßen kein Grundstück fanden, ins übrige Kreisgebiet, zum Beispiel nach Winsen oder Lachendorf, abwanderten", so Reimchen: "Nun können wir diesem Abwärtstrend schon in absehbarer Zeit wirksam begegnen."

"Hervorragendes" Wohnquartier

Das „Blaue Land“ eigne sich ganz hervorragend als künftiges Wohnquartier, sagt der Ortsbürgermeister. "Wir haben unsere Bauland-Misere mehr als einmal im Ortsrat erörtert. Im Februar 2016 habe ich die Ausweisung neuer Bauplätze im Ortsrat ganz offiziell beantragt und dafür ein einstimmiges Votum erhalten. Bei der Stadt Celle stießen wir mit unserem Anliegen erfreulicherweise auf offene Ohren." Reimchen freut sich auf seine neuen Mitbürger – und warum der Name des Baugebietes ein bisschen an das Gnomen-Dorf Schlumpfhausen erinnert, weiß er auch. Der Grund sei ganz profan: "Blaues Land ist die alte Flurstücksbezeichnung."