Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile „Split“: Gemälde von Ewelina Firek
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile „Split“: Gemälde von Ewelina Firek
20:51 09.09.2018
Malerin Ewelina Firek zeigt „Querschnitte eines Lebens“ in der Gotischen Halle des Celler Schlosses. Quelle: David Borghoff
Celle

Will man das künstlerische Schaffen von Ewelina Firek begreifen, muss man zunächst einmal ihre Vita verstehen: Ihrer Kindheit im kommunistischen Polen verdankt die 1968 in Kozle geborene Malerin die Sehnsucht nach Freiheit, den unbändigen Hunger auf Leben, der sich immer wieder in ihren Werken spiegelt. Seit dem Wochenende ist in der Gotischen Halle des Celler Schlosses die aktuelle Ausstellung der 50-Jährigen zu sehen: „Split – Querschnitte eines Lebens.“

Seit 1987 lebt Firek in Deutschland, mehr als 15 Jahre davon in Celle. „Split“ ist die achte Ausstellung der Künstlerin – und es ist wohl ihre persönlichste und authentischste Ausstellung zugleich. 38 zumeist großformatige Öl- und Acrylbilder zeigen einen Querschnitt ihres Lebens – ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ecken und Kanten, das vielleicht auch das innere Getrieben-Sein Fireks erklärt. „Ich bin eine Suchende“, so die Malerin über sich selbst.

Aufgewachsen in einer polnischen Künstlerfamilie, ist Ewelina Firek das Malen und Zeichnen schon seit frühester Kindheit vertraut. Nach der Ausreise aus dem kommunistischen Polen hat sich die damals erst 19-jährige Abiturientin in Deutschland eine neue Existenz aufgebaut. „Meine Mutter kam lange Zeit nirgendwo richtig an“, sagt Laura Biermann-Firek, die anlässlich der Vernissage am Freitag eine bewegende Laudatio auf die Künstlerin hielt. „Ihre Kindheit und auch ihr späteres Leben waren geprägt von Umzügen und anderen Umbrüchen, von Ungewissheit und Flucht, von ständiger Unruhe.“ Wohl auch deshalb sei sie in ihrem Schaffensdrang so unermüdlich.

„Wenn ich Sängerin wäre, würde ich singen. Wenn ich Dichterin wäre, würde ich schreiben. Aber ich bin Malerin und deshalb male ich“, erklärt Firek. „Schon immer. Das ist meine Sprache, und ich möchte und kann sie nicht übersetzen.“ Split – das bedeutet zerrissen. Kunst ist Ewelina Fireks Art, mit den guten und den dunkleren Momenten des Lebens umzugehen. Dabei lässt sie sich nicht auf ein Thema oder eine Technik festlegen, sondern überzeugt mit der Vielfältigkeit ihres künstlerischen Schaffens.

Oft erschließen sich Details ihrer Bilder erst nach mehrmaligen Hinsehen: Wie im collagenhaft gestalteten Werk „Frauenleben“ etwa – neben melancholischen Frauengesichtern, zwischen dunklen Pinselstrichen und explosiven Farbwirbeln öffnet sich der Blick auf eine feingezeichnete Dünenlandschaft, entdeckt der Betrachter hier ein katholisches Heiligenbildchen, dort ein paar Spiegelscherben oder einen winzigen Akt. Andere Bilder, „Karussell I“ beispielsweise, muten in ihrer lebhaften Anordnung von Flächen, Formen und Farben, heiter, ja geradezu ausgelassen an.

„Split: gespalten, zerrissen. Ein geteiltes Künstlerherz, ein Herz, das von Unterschiedlichstem geleitet und von der allgegenwärtigen Vergänglichkeit getrieben wird“ – so charakterisiert Laura Biermann-Firek ihre Mutter. „Und es ist ein Herz, das sich uns mitteilt – hier in dieser Ausstellung.“

Von Christina Matthies

Nach dem Strohballen-Brand in der vergangenen Woche in Garßen ist die Frage nach der Ursache weiter ungeklärt.

Audrey-Lynn Struck 05.09.2018
Celle Ortsteile Streit um Sanierung - Neuenhäuser Eiertanz

Ist die Stadtteil-Sanierung von Neuenhäusen nun beschlossene Sache oder nicht? Dazu gibt es verschiedene Meinungen.

Michael Ende 04.09.2018

Es ist bereits der dritte Fall innerhalb weniger Wochen. Mittwochnacht wurden erneut Strohballen in Garßen angezündet. Der Schaden war selten so verheerend.

Audrey-Lynn Struck 30.08.2018