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Celle Ortsteile Super Stimmung bei Ü30-Party in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Super Stimmung bei Ü30-Party in Celle
20:45 01.10.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Und jetzt alle Hände in die Luft“, ruft DJ Robin von seinem Mischpult hinunter in die wogende Menge. Die Tänzer in der „Chartbreaker“-Area lassen sich nicht lange bitten: Zu den Klängen der aktuellen Hits von heute recken sie die Arme in die Höhe und geben alles. Es ist Samstagnacht, und Suberg‘s Ü30-Party in der Celler Congress Union ist in vollem Gange. Andrea Schneider und ihre Freundin stehen an einem der mit weißem Stoff dekorierten Stehtische am Rand der gut besuchten Tanzfläche und wippen bestens gelaunt mit. „Natürlich tanzen wir“, sagen die beiden, „wenn uns die Lieder hundertprozentig gefallen. Wenn man nicht tanzt, dann kann man auch gleich zuhause bleiben.“ Heute sei auch nicht das erste Mal, dass sie bei einer Ü30-Party in der Union dabei seien, erzählen sie. „Vier Musikrichtungen unter einem Dach, das ist super – schön, dass es in Celle sowas gibt.“

Dass die Party für ausgehfreudige Celler im Alter zwischen 30 und 50 Jahren in der Herzogstadt inzwischen längst zum Kult geworden ist, merkt man auch, sobald man die Schlange an der Abendkasse hinter sich gelassen hat und ins Foyer vorgedrungen ist: Man kennt sich, begrüßt sich fröhlich – mitunter auch recht lautstark – und zieht dann gemeinsam weiter an die Cocktail-Bar, um sich mit Caipirinha, Gin Tonic oder Cuba Libre auf die lange Partynacht einzustimmen. „Ich komme regelmäßig zur Ü30-Party, weil ich hier viele Leute sehe, die ich von früher kenne“, sagt Andrea Brown. Ob Clubsounds oder Mainstream, die Musik sei eigentlich gar nicht so sehr ihr Ding, verrät sie und lacht. „Ich komme eigentlich nur hierher, um Leute zu treffen.“

Sehen und gesehen werden, das ist – abgesehen von der Möglichkeit, sich bei Feten-Hits, House-Beats, Salsa-Klängen oder Schlagermusik mal wieder so richtig auf der Tanzfläche auszutoben – nämlich ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ü30-Party an diesem Samstagabend. Nirgendwo könne man so viele Frauen unterschiedlichen Alters und jeglicher Stilrichtung treffen, meint Steve Link mit einem leichten Augenzwinkern. „Ich fände es cool, wenn es zusätzlich zu den vier Floors auch noch einen Rock-Floor geben würde“, fügt das Celler Rock-Urgestein, das sich heute Abend bevorzugt am Rande der Salsa-Area aufhalten möchte, noch hinzu. Auf die Tanzfläche begeben werde er allerdings nicht, sagt Link und schmunzelt. „Ich tanze am Rand in Gedanken mit und schwinge die Hüften.“

Im Schutz des Gedränges vor dem Tisch mit den Wertmarken, mit denen auf der Party sämtliche Getränke bezahlt werden müssen, hebt dann ein kleines Grüppchen modisch angezogener Frauen das Prinzip „Sehen und gesehen werden“ auf das nächste, leicht stutenbissige Level. „Habt Ihr gesehen, was das Mädel da drüben anhatte?“, raunt die eine den übrigen zu. „Das ist doch wohl für drunter geeignet und nicht für drüber.“ Im Großen und Ganzen jedoch ist die Stimmung in der Congress Union an diesem Abend locker und entspannt: Auf den verschiedenen Tanzflächen und an den Stehtischen tummeln sich alle Altersstufen – die einen sorgfältig zurechtgemacht in Cocktail-Kleid und High Heels, die anderen lässig in Jeans und Sneakern.

Franziska Janke hat sich mit einer Gruppe von Freunden bereits zuhause getroffen, um gemeinsam für die Ü30-Party vorzuglühen. „Es ist einfach schöner, wenn man mit einer Gruppe hier ist“, findet sie. Sie sei ein regelmäßiger Gast auf dieser Veranstaltung. „Diese verschiedenen Tanzmöglichkeiten, die man hier unter einem Dach hat, das ist in Celle einmalig.“ Janke ist ein großer Fan der Discofox-Area, in der heute deutsche und englische Schlager auf dem Plattenteller von DJ Patrick liegen. Paare aller Altersklassen wirbeln dort auf der Tanzfläche herum – ebenso wie in der Salsa-Area, wo gerade „Despacito“ von Luis Fonsi bereits zum zweiten Mal aus den Boxen schallt – offensichtlich ein echter Dauerbrenner.

„Ein super Publikum ist das hier“, freut sich Volker Erbstößer, der ebenfalls kaum eine der Ü-30-Parties in der Congress Union auslässt. „Man hat mit der unterschiedlichen Musik für jeden Geschmack etwas, man trifft viele Arbeitskollegen und es ist einfach eine schöne Atmosphäre.“

Inzwischen ist es fast halb eins, und auf den Tanzflächen aller vier Areas herrscht mittlerweile dichtes Gedränge. Martina Nehrenberg pendelt abwechselnd zwischen den einzelnen Bereichen hin und her. „Ich tanze überall da, wo die Musik gut ist“, erklärt sie, während Mario Schillermann mit seinen Freunden fast ausschließlich in der Clubsounds-Area zu finden ist. „Eine geile Atmosphäre“, erklärt er, „Das Konzept der Party ist gut, weil eben verschiedene Zielgruppen angesprochen werden.“ Schillermann hat ebenfalls in großer Gruppe zuhause vorgefeiert. „Es ist einfach eine andere Stimmung, wenn man mit mehreren Leuten hier ist.“ Die Club-Klassiker von Trance bis House haben es ihm besonders angetan. „Einfach eine gute Mischung.“ Nicht ganz zufrieden ist Schillermann allerdings mit der Tatsache, dass die DJ-Anlage diesmal nicht – wie sonst üblich – mitten im Raum aufgestellt ist. „Der Sound ist schlechter“, meint er, „das haben wir sofort gemerkt.“

Björn Gnesner ist ebenfalls ein großer Fan elektronischer Musik. „Tanzen ja – aber nur im Jagdzimmer“, betont er. Im Jagdzimmer der Congress Union ist nämlich an diesem Abend die Clubsounds-Area untergebracht. „Das ist meine Musik. Keiner der anderen Floors kommt für mich infrage.“ Das Konzept der Ü30-Party gefalle ihm sehr gut. „Ich bin ein regelmäßiger Gast und im Normalfall auch immer mit einer Gruppe hier.“ Nach der Party ist für Gnesner übrigens vor der Party: „Wenn hier Schluss ist, fahren wir ins Inkognito weiter.“

Von Christina Matthies