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Celle Ortsteile Vom unmodischen Teil zum Lieblingsstück
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Vom unmodischen Teil zum Lieblingsstück
17:50 31.07.2016
In Eschede werden elf Mädchen zu Nachwuchsdesignern. Ihre alten Klamotten, die ihnen nicht mehr gefallen, werden zu ganz neuen Kleidungsstücken umgewandelt. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt – so wird aus einem Oberteil kurzerhand eine modische Handtasche. Quelle: Alex Sorokin
Eschede

„Ich habe ganz viele Klamotten im Schrank, die ich nicht mehr anziehe und die blöd aussehen“, erzählt Emely. „Ich bin heute hier, um sie wieder schön zu machen.“ Emely hat ihre alte, lila Hose kurz geschnitten und ein silbernes Herz sowie passend dazu eine silberne Feder auf die Hose getupft. An die Taschen klebt sie glitzernde Steine, die perfekt mit dem neuen Look harmonieren.

Manche Kinder schneiden auch die Ärmel ihrer Pullover ab. Am unteren Bund der Oberteile kann ein neuer Stoff angenäht werden, und die langweiligen einfarbigen Oberteile werden mit bunten Motiven geschmückt. Ob Gekkos, Herzen oder Federn in verschiedenen Größen – die vielfältigen Schablonen lassen keine Wünsche offen. Im Umgang mit der Schablone sind besonders Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt. Zum einen soll die Schablone nicht verrutschen, zum anderen darf nur wenig Farbe vom Schwamm aufgesaugt werden, damit die Farbe nicht unter die Schablone läuft. Also werden mehrere dünne Schichten übereinandergearbeitet.

Die 13-jährige Kimberley tupft auf ihr schwarzes T-Shirt bunte Federn in unterschiedlichen Größen. „Ich habe heute Vormittag schon Oberteile gebatikt, und jetzt verschönere ich meine alten Klamotten. Das ist ein richtiger Designer-Tag“, sagt sie. Sobald Kimberley eine Feder auf ihr T-Shirt getupft hat, wäscht sie die Schablone ab, um eine neue Farbe zu wählen.

Neben den Schablonen können die Mädchen glitzernde Steine oder Nieten auf ihre Klamotten kleben. Dafür stehen Steine in den verschiedensten Farben zur Auswahl, damit jeder etwas Passendes zu seinem Kleidungsstück findet. Durch die Steine können getupfte Gekkos funkelnde Augen bekommen oder Herzen kunstvoll verziert werden.

Wer denkt, dass die Kleidungsstücke nur dezent verziert werden, liegt völlig falsch. Am Ende sind manche Stücke nicht wiederzuerkennen. Ein Mädchen zaubert aus ihrem grünen T-Shirt zum Beispiel eine modische Tasche. Das Shirt wird unten zugenäht, auch die Arme werden umgeschlagen und angenäht. So bleibt nur noch die Öffnung, durch die normalerweise der Kopf guckt. Jetzt fehlen nur noch ein Henkel und ein neues Motiv auf der Rückseite der Tasche. Das zeigt, dass alte Klamotten zu ganz neuen Stücken verarbeitet werden können und Aussortieren nicht der letzte Weg sein muss.

Von Marie Schiller