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Celle Stadt 100 Jugendliche ohne Lehrstelle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 100 Jugendliche ohne Lehrstelle
12:13 07.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Berg
Celle

Unversorgte Bewerber auf der einen, nicht besetzte Lehrstellen auf der anderen Seite. Der Ausbildungsmarkt in Celle ist in Schieflage. Aktuell gibt es nach Angaben der Agentur für Arbeit noch 100 Schulabgänger, die keinen Ausbildungsplatz haben. Dem stehen noch 195 Ausbildungsplatzangebote gegenüber, die in der Celler Wirtschaft noch nicht besetzt sind. Sprich: Selbst wenn noch alle Schulabgänger irgendwo unterkommen, werden nach Stand der Dinge fast 100 Lehrstellen bei Celler Betrieben frei bleiben.

Zehn freie Plätze gibt es nach Angaben von Benjamin Bauch, Pressesprecher der Celler Agentur für Arbeit, noch im Bereich Fachverkäufer Lebensmittel, neun bei der Ausbildung zum Koch, vier bei den Bäckern und drei in der Altenpflege. Mit Ausnahme der Fachverkäufer Lebensmittel alles Berufe, die schon seit Jahren Schwierigkeiten haben, Nachwuchs für sich zu gewinnen. Bauch ist sicher, dass sich bis zum 1. Oktober, bis zu diesem Tag ist der Einstieg in die Berufsschule möglich, noch einiges tun wird. Die meisten Schulabgänger würden noch eine Lehrstelle antreten. "Bei unseren Beratungen werden wir auch in Richtung der freien Stellen gehen", so Bauch.

Demgegenüber gebe es auch Berufe wie zum Beispiel Kraftfahrzeugmechatroniker oder Kaufmann für Bürokommunikation, Industriekaufmann oder medizinische Fachangestellte die ein starkes Bewerbungsaufkommen zeigten. "Andere interessante Berufe geraten dabei in den Hintergrund. Auch hier setzt die vertiefende Berufsorientierung an und animiert die jungen Menschen, sich mit weiteren Berufsbildern zu beschäftigen", sagt Bauch. Die Berater hätten allerdings festgestellt, dass viele Schulabgänger verunsichert seien. "Häufig haben die Jugendlichen Angst, eine Entscheidung fürs Leben zu treffen oder werden von sozialen Medien oder Freunden verunsichert."

Weiterer Trend, der auch dazu führt, dass einige Firmen ihre Firmen nicht mit geeigneten Bewerbern besetzen können: "Immer mehr Schüler schlagen die gymnasialen Wege ein. Das liegt zum Teil an der Entwicklung der Jugendlichen in Bezug auf deren allgemeinen Lern- und Entwicklungsstand und daran, dass der Prozess der Berufsorientierung und die Entscheidung für einen Beruf immer später erfolgt", sagt Bauch. Die Gründe dazu seien vielfältig und sehr individuell – von der Prägung des Elternhauses über Beobachtung von Jugendbewegungen und eigenen Praktikumserfahrungen bis hin zur eigenen Chancenabwägung.

"Auch hier unterstützen die Berufsberater und die Schulen mit ihren intensiven Beratungs- und Unterrichtsangeboten", verweist Bauch auf das umfangreiche Angebot zur Berufsorientierung, das schon früh in den Schulen starte. "Außerdem werden regelmäßig Messen und Ausbildungsplatzspeeddatings organisiert um verschiedene Berufsbilder und Einstiege darzustellen. Während der Speeddatings haben die Schüler die Möglichkeit, sich kurz vorzustellen und ein Feedback zu dem Kurzbewerbungsgespräch zu erhalten. Nicht selten führen diese Kurzgespräche zum weiteren Kennenlernen im Betrieb und später zum Ausbildungsstart", weiß Bauch.

Und die Betriebe, die keine Auszubildenden finden? "Da müssen die Firmen selbst gegensteuern. Sie müssen etwas tun, um für ihre Azubis attraktiver zu werden."

In einer Woche soll wieder das Seifenkistenrennen an der Dörnbergstraße starten.
Bislang liegen nur acht Anmeldungen vor.

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