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Celle Stadt 150 Wohnungslose in Celle hangeln sich von einem Bekannten zum nächsten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 150 Wohnungslose in Celle hangeln sich von einem Bekannten zum nächsten
17:37 26.01.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

Wenn ein Kumpel ihm eine Bleibe anbietet, will er ihnen nicht weiter zur Last fallen. "Um Wäsche zu waschen, gehe ich zur Ambulanten Hilfe. Tagsüber versorge ich mich immer selbst und verbringe so viel Zeit wie möglich draußen", erzählt der Wohnungslose. Im Gegenzug für die Schlafgelegenheit, greift er seinen Freunden unter die Arme, erledigt den Einkauf, hört ihnen zu und gibt ihnen Tipps, wie sie in Celle mit wenig Geld über die Runden kommt. "Ich bin so eine Art Streetworker", erklärt Förster.

Doch seine Bekanntheit in Celle wurde Ricardo Förster schon oft zum Verhängnis. "Ich kenne Sie doch aus der Stadt", habe er sich bei einigen Wohnungsbesichtigungen anhören müssen. Da die meisten Eigentümer nur Berufstätige als Mieter haben wollen, wird es für Obdachlose wie ihn schwer. Angesichts der Wohnungsknappheit sind sie immer länger auf der Suche nach einer dauerhaften Unterkunft. Bei der Ambulanten Hilfe, Neustadt 63A, bekommen Wohnungslose Unterstützung. "Momentan wissen wir von drei Personen, die tatsächlich in Celle auf der Straße schlafen. Doch insgesamt nutzen 150 Wohnungslose unsere Postadresse", stellt Sozialarbeiterin Sabine Standke fest. "Früher konnten wir innerhalb weniger Monate eine Wohnung vermitteln. Doch immer öfter dauert es nun über ein Jahr."

Vor zwei Jahren hatte Ricardo Förster den Absprung fast geschafft und lebte anderthalb Jahre in einer WG. "Doch ich war der Letzte, der eingezogen ist und war der Erste, der wieder gehen musste, als der Hauptmieter plötzlich noch ein Zimmer brauchte", schildert er.

Ricardo Förster erzählt, wie er vor acht Jahren erst seine Arbeit als Gärtner und dann die Wohnung verloren hat: "Mein Chef musste altersbedingt aufhören und hat keinen Nachfolger für den Betrieb gefunden." Danach war er eine Weile arbeitslos und hatte einen Durchhänger. Einige Briefe und Rechnungen sind einfach liegen geblieben. Seit dieser Zeit ist er aus dem Rahmen gefallen. "Ohne Wohnung kein Job. Und ohne Job keine Wohnung", betont er.

"Unser Fachdienst Soziale Hilfen und Beistandschaften hat mit wohnungslosen Menschen in dann zu tun, wenn diese mit dem Wunsch einer Unterbringung in einer städtischen Obdachlosenunterkunft bei uns vorsprechen", erläutert Stadtsprecherin Myriam Meißner. Aktuell leben 42 Personen in städtischen Obdachlosenunterkünften und 35 in, von der Stadt Celle zur Obdachlosenunterbringung angemieteten, Wohnungen. "Entscheidend ist jedoch immer der eigene Wille zur Unterbringung", betont Meißner. "So kommt es immer wieder vor, dass obdachlose Personen zwar vorsprechen, letztlich aber eine Unterbringung in einer städtischen Unterkunft ablehnen."

Auch für Ricardo Förster kam ein Wohnheim nicht infrage. Damit sei er nicht alleine, bestätigt Sabine Standke. "Viele haben Angst vor Übergriffen oder haben schlechte Erfahrungen mit Alkoholikern gemacht. Zudem bemängeln sie die hygienischen Zustände."

Kontaktdaten: Die Ambulante Hilfe Celle, Neustadt 63A, ist unter Telefon (05141) 951860 oder per E-Mail an wohnungslosenhilfe.celle@zbs-hannover.de erreichbar.

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