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Celle Stadt 230 Gemälde werden verkauft – Erlös kommt Tierschutz zugute
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 230 Gemälde werden verkauft – Erlös kommt Tierschutz zugute
14:45 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Hoffen auf hohen Erlös (von links): Ingrid Trüller, Lebensgefährtin des verstorbenen Malers Günther Schreiber, Rudolf Westphal vom Stiftungsausschuss sowie Martina Rotter-Ahrens und Heidemarie Peters vom Celler Tierschutzverein. Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Noch ist das ehemalige Atelier von Günther Schreiber in der Speicherstraße 14 prall gefüllt: An den Wänden hängen zahlreiche Ölbilder und Aquarelle – Porträts und Landschaftsmotive, die der Celler Maler zu Lebzeiten schuf. 2007 starb der gebürtige Berliner. Jetzt soll die Sammlung, zu der auch tausende Mineralien und Fossilien gehören, zu Gunsten des Tierschutzvereins Celle Stadt und Land veräußert werden.

„Es war sein Wunsch, dass seine Sammlung in einer Stiftung erhalten bleibt“, berichtet Rudolf Westphal vom Stiftungsausschuss der Günther-Schreiber-Stiftung, der gleichzeitig auch Vorstandsmitglied des Celler Tierschutzvereins ist. Sollte dies nicht mehr möglich sein, wollte Schreiber, dass mit dem Erlös der Tierschutzverein unterstützt wird. Aus Kostengründen wurde die Stiftung zum 31. Oktober vergangenen Jahres aufgelöst. Es fanden sich nicht genügend Geldgeber. „Wir versuchen jetzt, alles an den Mann und die Frau zu bringen“, sagt Westphal.

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Als Maler widmete sich Schreiber den Heidelandschaften und Motiven aus der Stadt und dem Landkreis Celle. Über Jahre verewigte er die Celler Schützenkönige. Schreiber kopierte auch alte und neue Meister, was seine Vielseitigkeit unterstreicht. Er malte auch Porträts bekannter Persönlichkeiten, die er schätzte: Albert Schweitzer, Hermann Löns oder Helmut Schmidt. Zu Schreibers Leidenschaften gehörten auch Mineralien, die er in den Schweizer Bergen barg, selbst gefundene Fossilien und eine Vielzahl von Büchern, die sich mit Kunst und Kultur befassen.

Angesichts sinkender Preise im Kunsthandel wäre Westphal froh, wenn er die gesamte Schreiber-Sammlung für rund 20000 Euro verkaufen könnte. Einige Bilder sind seiner Meinung nach zwischen 200 und 300 Euro wert.

Das Geld kann der Tierschutzverein gut gebrauchen. „Wir müssten dringend eine neue Katzenquarantäne bauen“, sagt Vereinsvorsitzende Heidemarie Peters. Nötig sei auch ein Kleintierhaus. Mit dem Erlös sollen zudem Schulden getilgt und tierärztliche Untersuchungen bezahlt werden, hieß es.

Öffentlicher Verkauf: Interessenten können am 24. und 25 April in der Speicherstraße 14 jeweils von 11 bis 16 Uhr die Sammlung begutachten. Termine können auch telefonisch unter Tel. (05141) 889050 (Westphal) oder Tel. (05141) 930930 (Peters) vereinbart werden.