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Celle Stadt 60 Jahre Lego: Der Plastikstein begeistert Groß und Klein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 60 Jahre Lego: Der Plastikstein begeistert Groß und Klein
19:18 01.06.2018
Quelle: CZ
Celle Stadt

Häuser und Türme aus bunten Steinen, dazwischen einige Figuren – das verbinden die meisten Leute mit Lego. Ein Kinderspielzeug? Nicht für Christian Lange und seine Familie. Für sie ist Lego ihr größtes Hobby. „Lego begeistert einfach alle Generationen“, erklärt Lange seine Leidenschaft. Es habe ihn schon seit seiner Kindheit fasziniert. „Das ging vom Spielen zum Sammeln und mittlerweile zum Zeigen.“ Tanja Rode stimmt zu: „Ich habe schon früher mit Duplo gespielt und es macht auch heute noch richtig Spaß.“ Lego lenke sehr gut vom Alltag ab, findet die 27-jährige Verlobte eines Neffen von Christian Lange.

In diesem Jahr feiert der klassische Legostein mit seinen Röhren und Noppen seinen 60. Geburtstag. 1958 erhielt die dänische Firma ein Patent auf dieses neuartige Prinzip, das den Spielsteinen mehr Stabilität geben sollte. Spielwaren produziert Lego aber schon deutlich länger. 1932 eröffnete der Schreinermeister und Tischler Ole Kirk Kristiansen eine Werkstatt im dänischen Billund, wo er unter anderem Holzspielzeug herstellte. Den Namen Lego bekam die Firma zwei Jahre später, 1934. Er setzt sich aus den dänischen Wörtern „Leg godt“ zusammen, was „Spiel gut“ bedeutet. Im Lateinischen steht Lego außerdem für „ich baue zusammen“.

Christian Lange baut natürlich noch nicht seit 60 Jahren seine Modelle. Angefangen hat der 54-Jährige in den 1970ern mit einfachem Spielen. Die große Sammlung kam erst deutlich später dazu. Mittlerweile hat die Familie rund 2800 Modelle, die auch regelmäßig auf Ausstellungen zu sehen sind. „Ich habe nach wie vor die Intention, unsere Modelle an einem festen Ort zu implantieren“, erzählt Lange. Der Plan, ein Legomuseum in Eschede zu eröffnen, sei leider vorerst gescheitert. „Die Expertenkommissionen, die sich unser Konzept angeguckt haben, fanden es unglaublich gut. Aber leider hat sich kein Betreiber gefunden.“ Aufgeben wolle er deswegen aber nicht. „Ein Museum in Celle selbst wäre natürlich ein Traum. Aber da fehlen sowohl ein Ort als auch Zeit und Geld. Immerhin arbeiten wir ja auch alle noch.“

Versteckt bleiben die Modelle der Familie Lange deswegen aber auch in Zukunft nicht. Aktuell können sie in der Ausstellung „Stein auf Stein“ im Deutschen Museum in Bonn besichtigt werden. „Die Ausstellung läuft so gut, dass sie sogar bis zum 8. Juni verlängert wurde.“ Und auch für die Zeit danach gibt es bereits Pläne.

Trotz geringerer Umsätze eine echte Kapitalanlage

Doch trotz all der Begeisterung, die die bunten Bausteine immer noch hervorrufen, gingen die Gewinne bei Lego besonders in vergangenem Jahr stark zurück. So sank der Nettogewinn 2017 um ganze 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das weiß auch Lange. Trotzdem ist er wenig besorgt: „Ende der 90er ging es Lego unglaublich schlecht, weil sie sich von vielen Kernmärkten wie Duplo getrennt hatten. Anfang der 2000er haben sie sich dann zum Glück zurückbesonnen.“ Und so habe es bis 2016 einen deutlichen Aufschwung im Unternehmen gegeben. „Es war klar, dass es irgendwann eine Sättigung geben würde“, meint Lange. Immerhin seien viele der komplexeren Modelle auch nicht gerade günstig. Dass es wieder so eine große Krise wie in den 90ern geben wird, glaubt er jedoch nicht. „Lego hat den Erwachsenenmarkt für sich entdeckt, da bin ich gespannt, wie es da weitergeht.“ Die Kernmarken „Lego City“ und „Lego Friends“ liefen außerdem weiterhin gut. „Lego Star Wars“ sei natürlich ein wenig abhängig vom Erfolg der Filme. „Außerdem sind gerade die großen Modelle auch eine echte Kapitalanlage. Die sind nach ein paar Jahren ganz schön was wert.“

Lego bei Cellernnach wie vor beliebt

In Celle zumindest erfreuen sich die bunten Plastiksteine auch weiterhin großer Beliebtheit. Besonders Jungs und Männer bauen gerne mit Lego – sowohl vor 20 Jahren als auch heute noch. Für viele war und ist es das liebste Spielzeug. Bei Frauen und Mädchen steht Lego hinter Playmobil und Puppen nur an dritter Stelle der beliebtesten Spielzeuge, wie eine nicht repräsentative CZ-Straßenumfrage ergeben hat.

Auch Lange merkt immer wieder, wie gerne nicht nur Sammler auch als Erwachsene noch Modelle zusammenbauen. „Manchmal nehme ich etwas Neues mit auf die Arbeit und meine Kollegen bauen es dann für mich zusammen.“ Und auch seine Ehefrau Andrea ist erstaunt, wie viele Leute Interesse zeigen: „Ich werde häufiger gefragt, ob ich nicht etwas zum Zusammenbauen habe. Manche kaufen sich auch eigene Modelle, aber viele leihen sich Steine von uns und geben sie dann wieder ab.“ Auch komme es häufiger vor, dass jemand auf ein altes Modell von früher stoße und das erneut zusammenbaue.

„Da kommt oft die Frage auf, wo man alte Aufbauanleitungen und Steine herbekommen kann. Die Anleitungen sind alle im Internet, für Steine bietet sich Ebay an“, gibt Christian Lange als Tipp. Bei Neuanfängern und Wiedereinsteigern sei außerdem „Lego Technic“ eine beliebte Herausforderung. „Letztendlich kommt es aber natürlich ganz auf die eigenen Vorlieben an“, meint Tanja Rode. Sie selbst mag besonders „Lego Friends“ und „Lego Disney Princess“.

Geschenke vonAusstellungsbesuchern

Auch bei Ausstellungen wird die Familie natürlich immer wieder auf ihre Sammlung angesprochen. „Das hat richtige Kreise gezogen nach unserer ersten kleinen Ausstellung im Spielzeugmuseum Eschede“, erzählt Andrea Lange. So kommt es zum Beispiel immer wieder vor, dass Ausstellungsbesucher ihnen kleinere oder größere Modelle einfach überließen. „Da war ein Rollstuhlfahrer in der Ausstellung in Bonn und hat keine Lego-Technic-Figur mit Rollstuhl gefunden“, erzählt Christian Lange.

„Daraufhin hat er einfach eine gebaut und sie mir dann geschickt.“ Andere lassen ihm auch schon mal eine alte Sammlung aus ihrer Kindheit zukommen. „Da sind teilweise echte Schätze dabei, wie Modelle und Steine aus den 60er Jahren.“ Aber, so Andrea Lange, ein solches Geschenk verpflichte natürlich auch – das könne man nicht zu Hause verstauben lassen. Wie gut also, dass die Langes ihre Sammlung immer wieder in verschiedenen deutschen Städten zeigen können.

Von Bonn geht es Ende des Jahres zurück nach Celle, wo am 5. Dezember bereits die dritte Legoausstellung im Bomann-Museum eröffnen soll. „Uns ist es wichtig, dass es andere Dinge zu sehen gibt als bisher“, so Christian Lange. Dieses Mal soll mit rund 500 Modellen besonders viel „Lego Star Wars“ gezeigt werden. „Das könnte vielleicht die größte derartige Ausstellung in Deutschland sein“, meint der 54-Jährige. Chronologisch nach Filmen geordnet, sollen verschiedene Szenen nachgestellt werden. Dazu kommen Bauten aus anderen Bereichen sowie einige Modellhäuser und Infos zur Geschichte des Unternehmens. Nach 60 Jahren Lego-Geschichte gibt es eben viel zu zeigen.

Von Lea Kraft

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