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Celle Stadt Zwei Stationen werden geschlossen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwei Stationen werden geschlossen
18:26 15.04.2019
Von Dagny Siebke
Noch vor den Osterfeiertagen werden 50 Mitarbeiter innerhalb des AKH auf gleichwertige Stellen versetzt. Grund ist eine neue Bettenverteilung. Die Stationen U1 und S1 werden in andere Abteilungen "integriert".  Quelle: Fabian Sommer
Celle

Ein Rundschreiben am AKH sorgt für Unruhe unter den Mitarbeitern. Darin wird angekündigt, dass zwei Stationen am Donnerstag, 18. April, umverteilt werden. "Natürlich gehen bei vielen Mitarbeitern dann Ängste um, ob noch mehr Stationen geschlossen werden", sagt ein Beschäftigter aus dem Pflegebereich. Schließlich schreibt das AKH Celle tiefrote Zahlen und bereitet einen Sozialplan vor.Vorige Woche wurde erst die Geburtsklinik in Peine früher als angekündigt geschlossen.

AKH-Sprecher Ralf Kuchenbuch klärt auf: "Nein, die Stationen sind nicht ,dicht'. Es ist allerdings die Zusammenlegung zweier Stationen vorgesehen. Die Stationen U1 und S1 werden in andere Stationen integriert." Die geänderte Bettenverteilung sehe vor, die Betten der Gefäßchirurgie (Station U1) auf der Station G2 zu verorten und Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen, bei konservativer Therapie, auf den neurologischen Stationen zu versorgen. Zudem würden jugendliche Patienten (Station S1) der Allgemein- und Unfallchirurgie anteilig auf den Kernstationen dieser Fachabteilungen, also unter Erwachsenen, versorgt.

"Veränderung seit Jahren überfällig"

"Diese Veränderung ist nicht kurzfristig geplant, sondern ist seit Jahren überfällig", erläutert Kuchenbuch. "Von einer Schließung zu sprechen, ohne den Kontext der Bettenübernahme durch andere Stationen zu erwähnen, geht auch an der Wahrheit vorbei. Diese Veränderungen erfolgen geplant, auf Basis einer Gesamtbetrachtung aus Leistungs- und Fallzahlentwicklung im Kontext zu Personalbedarf und gegebenen Personalzahlen." Der Beschluss sei im Rahmen einer ordentlichen Direktoriumssitzung am 4. April getroffen worden.

Noch vor den Osterfeiertagen werden 50 Mitarbeiter innerhalb des AKH auf gleichwertige Stellen versetzt. Quelle: Oliver Knoblich

Laut Kuchenbuch werden 50 Mitarbeiter innerhalb des AKH auf gleichwertige Stellen versetzt. "Die verantwortlichen Führungskräfte aus Pflege- und Arztdienst wurden unmittelbar nach Beschlussfassung durch die Direktoriumsmitglieder informiert. Die pflegerischen Teams wurden im Rahmen von Teamsitzungen durch den Pflegedirektor und die Pflegedienstleitungen in Kenntnis gesetzt." Weiterhin erfolgte die Kommunikation durch ein Rundschreiben für das gesamte AKH.

"Umstrukturierungen im Krankenhaus sind nicht unüblich"

Für die Patienten habe die interne Umstrukturierung keine Folgen, so der AKH-Sprecher. Patienten würden "so wie vorher" versorgt. "Es gibt keine Änderung im medizinischen und pflegerischen Versorgungsangebot, es ändert sich die Verteilung der Betten auf die Bauteile beziehungsweise Organisationseinheiten." Von einer Verlegung von einer Station auf eine andere betroffen wären aktuell 25 Patienten. "Zum geplanten Zeitpunkt der Umsetzung am Gründonnerstag werden erfahrungsgemäß noch deutlich weniger Patienten auf den Stationen betroffen sein", fügt Kuchenbuch hinzu. Diese Patienten würden persönlich informiert, dass sie die Station wechseln werden. Bei Fragen sollen sich die Patienten an die regulären Ansprechpartner in der Klinik wenden.

Joachim Henske ist der stellvertretende AKH-Betriebsratsvorsitzende. Er reagiert gelassen: "Interne Umstrukturierungen im Krankenhaus sind nicht unüblich. Das wird immer mal wieder gemacht, weil immer ein gewisser Anteil an Betten frei ist." Gerade über Feiertage komme das jedes Jahr vor. Ein AKH-Mitarbeiter sagt: "Die Schließungen, ob nun geplant oder ungeplant, bringen ja auch persönliche Zukunftsängste bei jedem Einzelnen mit sich."