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Celle Stadt AfD-Anfrage erhitzt Gemüter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt AfD-Anfrage erhitzt Gemüter
21:39 06.09.2018
Von Gunther Meinrenken
In einigen Kindergärten Celles liegt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund über 30 Prozent. Gefährdet das die Integrationschancen. Quelle: Marcel Kusch
Celle

Sorgt sich die AfD in Celle wirklich um die Integration von Migrantenkindern in den Kitas oder spielt sie nur auf der Klaviatur fremdenfeindlicher Ressentiments? Darum drehte sich im jüngsten Jugendhilfeausschuss eine hitzige Debatte, bei der der aus Kasachstan stammende AfD-Fraktionsvorsitzender Anatoli Trenkenschu im Mittelpunkt stand. Dieser hatte von der Verwaltung unter anderem Zahlen über den Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in den Kindertagesstätten wissen wollen. Die Vertreter anderer Parteien witterten hinter dieser Anfrage ausländerfeindliche Motive.

Die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen zeichnen ein recht unterschiedliches Bild. Festgemacht über das Kriterium "nicht überwiegend deutschsprachig" beträgt der Anteil an Migrantenkindern in der Kindertagesstätte "An der Christuskirche" in Westercelle etwa 8 Prozent, in der Kindertagesstätte Neustädter Holz sind es fast 58 Prozent. Trenkenschu macht sich Sorgen. "Diese Zahlen sind nicht gut für die Integration. Wir befürchten, dass die Integration, und die beginnt bereits im Kindergarten, ab einem bestimmten Grenzwert massiv gefährdet ist, beziehungsweise einfach unmöglich wäre. Die Verwaltung muss sich dringend Gedanken machen, wie hier gegengesteuert werden kann", so der AfD-Fraktionsvorsitzende, der fürchtet, dass sich die Bedingungen in den Kitas durch zu viele Migrantenkinder "verschlechtern" würden.

Allen voran Behiye Uca (Die Linke) und der Grüne Gerald Sommer, der für den Kreissportbund im Jugendhilfeausschuss sitzt, unterstellten Trenkenschu Fremdenfeindlichkeit als wahres Motiv für die Anfrage. Und das lag vor allem auch daran, dass die AfD in ihrem Antrag auch wissen wollte, ob es "eine Art Obergrenze" für die maximale prozentuale Belegung mit Migrationskindern in Kindergärten oder Kindergärtengruppen gebe. Der Begriff aus der Hochzeit der Flüchtlingsdebatte stieß Uca sauer auf. "Diese Anfrage ist unverschämt. Ich persönlich kenne viele Migranten, die ihre Kinder in den Kindergarten schicken und es läuft gut. Wenn es Probleme gibt, dann dass wir mehr Personal, mehr Plätze und eine bessere Bezahlung für die Erzieher brauchen", sagte Uca.

Dirk Gerlach (Die Partei) störte sich an der Wortwahl Trenkenschus. "Verschlechtern nein, verändern ja. Die Kitas spiegeln halt die Gesellschaft wider. Das ist vollkommen normal." Sommer kritisierte den AfD-Fraktionsvorsitzenden mit scharfen Worten. "Die AfD betreibt ein rassistisches Spiel. Aus dem Kreistag kenne ich auch genau solche Anträge. Einige Parteien denken, dass man mit einfachen Konzepten viele Menschen gewinnen kann. Dagegen muss man vorgehen."

Michael-Niklas Rühe (SPD) versuchte, die Diskussion zu versachlichen, schlug vor, in den Kindergärten zu fragen, ob es Probleme gebe bei der Erziehung, die Ziele erreicht würden oder ob die Einrichtungen Unterstützung bräuchten. Doch eine Beschwichtigung der erhitzten Gemüter gelang nicht richtig. Uca, die sich auch persönlich angegriffen fühlte, merkte in Richtung Trenkenschus an, dass die Zahlen der Stadt auch russische und polnische Migrantenkinder umfasse. Der AfD-Politiker antwortete: "Es geht auch um russische und polnische Migranten."

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