Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Naturschutz mitten in der Stadt Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Naturschutz mitten in der Stadt Celle
17:17 11.02.2019
Von Dagny Siebke
Wie ein Schlauch soll sich das geplante Naturschutzgebiet entlang der Aller durch Celle ziehen. Grün gefärbt sind die bereits bestehenden Naturschutzgebiete. Hellrot gefärbt sind die geplanten Naturschutzgebiete. St Quelle: Stadt Celle
Celle

Die Stadt Celle spürt nun die Folgen einer Rüge aus Brüssel, da Deutschland seit vielen Jahren zu wenig in Sachen Naturschutz getan hat. Bis zum Jahresende will die Verwaltung ihre Hausaufgaben machen und mitten durch Celle entlang der Aller ein Naturschutzgebiet ausweisen. In der vergangenen Sitzung des Umweltausschusses präsentierte Fachdienstleiter Lothar Sander die Pläne für den Lückenschluss zwischen der Tangente im Westen und der Blumlage im Osten.

Was soll geschützt werden?

Bereits 1992 haben die EU-Mitgliedstaaten beschlossen, sich zum Schutze der biologischen Vielfalt einzusetzen. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hat zum Ziel, wild lebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern. Sie dient der Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse, zum Beispiel für Fischotter und Biber. Joachim Ehlers (CDU) fragte, welchen Ermessensspielraum die Verwaltung habe. Stadtbaurat Ulrich Kinder antwortete: "Der Bund hat der EU die Naturschutzgebiete gemeldet, daher haben wir wenig Spielraum bei der Umsetzung. Wir müssen bei diesem Niveau bleiben."

Welche Regeln gelten im Naturschutzgebiet?

Juliane Schrader (Grüne) wollte wissen, was für Hundebesitzer und Angler noch möglich ist. "Die Uferstruktur darf nicht verändert werden", erklärte Sander. Daher sei ein Gewässerrandstreifen mit einer Breite von mindestens fünf Metern geplant. Innerhalb des Naturschutzgebietes dürfen Spaziergänger nicht querbeet laufen und sollen sich an die Naturwege halten. Hunde müssen angeleint werden und dürfen nur an den Stellen an das Wasser, an denen Boote hinein- und hinausgelassen werden. "Für die Dammaschwiesen gibt es eine Sondergenehmigung. Dort dürfen die Hunde frei laufen", erläutert Sander. Angler hätten weiterhin das Recht, an der Aller Fische zu fangen. Auch für Rudervereine gebe es auf der gesamten Aller keine Einschränkungen. Nur unterhalb des Wehres seien Motorboote erlaubt. "Bei einer Ruderregatta gibt es eine Sondergenehmigung für die Motorboote der DLRG oberhalb der Aller", so Sander.

Freistellungen für Eigentümer und Nutzer

"Wie im Landschaftsschutzgebiet gilt ein Betretungs- und Aufenthaltsrecht für Eigentümer und Nutzer", sagt Sander. Auch für Landwirte, die städtische Flächen nutzten, ändere sich nichts. "Die Pächter wirtschaften schon seit Jahren so, wie es nun gewünscht wird", betonte Sander. Dagegen behauptete Daniel Biermann von der AfD, dass Landwirtschaft im Naturschutzgebiet kaum zu handhaben sei.

Anhörung in vier Ortsräten

Bislang hat der Fachdienst Umwelt eine Basisinventur der Lebensraumtypen und Biotope durchgeführt. Als Nächstes werden der Schutzzweck und die Regelungsinhalte mit Fachbehörden und ehrenamtlichem Naturschutz abgestimmt. Die Ergebnisse werden mit Eigentümern und Nutzern diskutiert. Der überarbeitete Entwurf wird dann Thema in den Ortsräten Klein Hehlen, Hehlentor, Neustadt-Heese und Altstadt-Blumlage sein, bevor die detaillierten Pläne öffentlich ausgelegt werden.

Mit selbstgeschriebenen Songs, alternativen Interpretationen und jeder Menge handgemachter Musik präsentierte sich der Liedermacherabend am HBG.

11.02.2019

Womit begegnete Bernd Heindorff dem Regenwetter? Wo gab es einen neuen Besucherrekord? Und wo kauft der Ortsbürgermeister besonders gerne ein?

11.02.2019

Was will Ingo Appelt in Celle? Was ist die Botschaft des Comedian? Was unterscheidet seine Weltsicht von der des Mario Barth?

11.02.2019