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Celle Stadt Alphörner verbreiten Allgäu-Gefühl
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Alphörner verbreiten Allgäu-Gefühl
14:51 13.06.2010
Die Lerchentaler Alphornbläser bei ihrem Gastspiel im Innenhof des Celler Schlosses. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Mit geschlossenen Augen und dem nötigen Quäntchen Fantasie durften sich die rund 350 Besucher wie im Allgäu fühlen, als der Sound der „Lerchentaler Alphornbläser“ im Innenhof des Celler Schlosses erklang. Denn die sieben Autodidakten aus der „Hannoverschen Schweiz“ – wie die waschechten Niedersachsen ihre Heimat augenzwinkernd titulierten – sorgten für instrumentale Exotik in der Residenzstadt. Mit alpenländischen Volksweisen und geistlichen Chorälen zeigten die Bläser eindrucksvoll, welch wunderschöne Klangfarben und Akkorde aus den etwa dreieinhalb Meter langen ventillosen „Holztrompeten“ mit ihren über drei Oktaven verteilten nur 15 spielbaren Naturtönen herausgeholt werden können. Sie würzten das gemeinsame Sommerkonzert des Volkschores Thalia und des Celler Frauenchores mit einer akustischen Kräutermischung von der Alm.Unter der Leitung von Eberhard Achilles boten die beiden Celler Chöre mit ihren insgesamt etwa 70 Sängerinnen und Sänger sowohl im Verbund als auch einzeln ein buntes Kaleidoskop beliebter Melodien. Vom froh gelaunten „Viva la musica“ bis zum vergnüglichen A-cappella-Orchester „Instrumenten-quod-libet“ brachten und hielten sie das Publikum in bester Stimmung. Volks- und Fahrtenlieder wurden ebenso beschwingt und heiter vorgetragen wie die ausgewählten klassischen Kunstlieder. Robert Schumanns „Holder Frühling“ etwa oder Ludwig Uhlands „Die Lindendüfte sind erwacht“. Wenn allerdings der bisweilen aufkommende Wind kokett mit den Haaren der singenden Musikanten spielte, wurden auch hin und wieder deren Stimmen ein wenig durcheinander gewirbelt. Doch Achilles brachte seine gut gelaunten Chöre schnell und souverän wieder auf Kurs. Und am Ende überredete er gar mit seiner ansteckenden Musizierfreude auch die Gäste noch zum interaktiven Mitsingen. Ein gelungenes Konzert, bei dem zum Glück auch Petrus „mitspielte“.Stadt

Von Rolf-Dieter Diehl