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Celle Stadt Altstädter Schule setzt auf Ausgleich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Altstädter Schule setzt auf Ausgleich
15:21 13.06.2010
Die Drei Verantwortlichen und die Kinder Quelle: Wiebke Quader
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Celle Stadt

Die Kinder sitzen täglich gemeinsam am Tisch, nach der Mahlzeit geht es dann zurück zur Schule, zur Hausaufgabenbetreuung. Die Schüler werden dafür in Gruppen unterteilt, um von den Mitarbeitern individuelle Hilfe zu erhalten. Ist diese Arbeit geschafft, stehen für die Schüler diverse Aktivitäten an.

Heute können die Kinder entweder die Angebote in ihren Gruppen nutzen, die sich aus den jeweiligen Jahrgängen eins und zwei und dem gemischten Jahrgang drei/vier zusammensetzen, oder ihre kreative Ader beim Töpfern ausleben. „Der Ton darf keine Luftblasen haben, sonst platzt er im Ofen!“, warnt Lea, die gerade ihren Teelicht-Tannenbaum zusammensetzt, während Simon einen Weihnachtsmann fertigt. Er lässt sich von dem Überschuss an Mädchen in seiner Töpfer-Gruppe nicht abschrecken und ist mit viel Spaß dabei, sein Lieblingsfach ist allerdings erst am Mittwoch. Dann steht nämlich Werken auf dem Nachmittagsplan. „Für unser Dienstags- und Mittwochsprogramm haben wir feste AG-Angebote entwickelt, zu dem die Kinder sich anmelden. An den anderen Tagen können sie sich etwas freier entscheiden und auch mal einfach nur spielen. Wir wollten sie nicht mit einem zu ausufernden Programm überfordern“, berichtet Schulsozialarbeiterin Christin Seegert.

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Zu diesem gehören auch Kreatives Gestalten, die beliebten „Alten und Neuen Spiele“, Theater, Fußball und die Musical-AG der Kreismusikschule. „Anfangs waren die Eltern dem Angebot der Ganztagsschule gegenüber kritisch und wollten „erstmal schnuppern“. Sobald das Projekt aber angelaufen war und die Kinder mit glänzenden Augen nach Hause kamen, gab es zahlreiche Nachmeldungen“, erinnert sich Elternvertreterin Anne Gressmann.

Die Kinder können sich für eins der Freizeitangebote entscheiden, für die Beschäftigung in ihren Gruppen stehen Gruppenräume zur Verfügung, zum Entspannen nutzen sie außerdem einen Ruheraum. Für das Kursangebot engagieren sich das Linerhaus, die Kreismusikschule sowie die Bürgerstiftung. „Allerdings wünschen wir uns hier noch eine stärkere finanzielle Förderung gerade für die kleinen Schulen“, bemerkt Gressmann. Das Fazit ist trotzdem positiv: „Ich bin von dem von uns zusammengestellten Programm überzeugt und ein großer Befürworter der Ganzstagsschule“, verkündet kommissarische Schulleiterin Anna Elisabeth Moers.

Die Schulleiterin

„Wir haben ein Programm zusammengestellt, das sowohl vielfältig als auch qualitativ hochwertig ist. Wir wollten die Schüler nicht mit einem Überangebot überfordern, schließlich sollen sie auch mal Kind sein dürfen. Ich selbst bin von der Idee der Ganztagsgrundschule begeistert. Unsere Erst- und Zweitklässler sind inzwischen fast vollständig im Ganztagsbetrieb integriert, essen gemeinsam Mittag und können die Schule einmal ganz anders erleben.“

Die Sozialarbeiterin

„Von 56 Schülern sind bei uns 35 Kinder an allen Tagen der Ganztagsbetreuung angemeldet, nur der kleinste Teil ist nicht täglich dabei. Die Zusammenarbeit mit der Schulleiterin sowie den Projektbetreuern und Eltern läuft sehr gut, und auch von den Kindern kommen nur positive Rückmeldungen. In diesem Umfeld macht es mir wirklich Spaß, zu arbeiten und ich bekomme alle nötige Unterstützung. Auch die Schüler profitieren davon.“

Die Elternvertreterin

„Ich bin überwältigt von dem großen Engagement, mit dem die unterschiedlichen Beteiligten das Nachmittagsprogramm zusammengestellt haben und täglich durchführen. Meine eigene Tochter ist begeisterte Teilnehmerin des angebotenen Programmes, und auch von anderen Eltern habe ich trotz großer Skepsis zu Beginn der Ganztagsschule nur positive Rückmeldungen erhalten. Wir schätzen die neuen Möglichkeiten der Ganztagsschule sehr.“

Von Wiebke Quader