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Celle Stadt Ambitioniert und sehenswert: Drama „Die Ratten“ im Schlosstheater Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ambitioniert und sehenswert: Drama „Die Ratten“ im Schlosstheater Celle
21:04 18.03.2018
Ungewöhnlich: Das Stück „Die Ratten“ im Schlosstheater Celle fällt besonders durch die Kombinationvon unterschiedlichen regionalen Dialekten und sozial abhängiger Sprechweise auf. Quelle: Schlosstheater Celle
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Celle.

Das Stück läuft auf zwei Ebenen ab. Da ist einerseits die Tragödie um die Mutter, die sich wegen ihrer Armut ihr Kind abkaufen lässt von einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch. Und dann ist da die Geschichte um den heruntergekommenen Theaterdirektor Hassenreuter, der sich noch immer in seiner abgehobenen Welt wähnt und gar nicht merkt, dass er bereits am Abstürzen in den sozialen Keller ist.

Regisseurin Catharina May entschied sich von vornherein, dass sie keinen Bühnenrealismus geschweige denn Naturalismus haben wollte. So geriet schon das Bühnenbild von Jenny Schleif fast abstrakt: Ein perspektivisch sich nach hinten verjüngender, in sich geschlossener Raum mit ein paar kaum erkennbaren Türen und einigen Luken. Alles wirkt hell und kalt. Dass das ein Dachboden sein soll, ist nicht unbedingt zu erahnen, ist aber auch nicht wesentlich. Das Entscheidende ist nämlich, dass die geistige Enge und die gesellschaftliche Kälte des Umfelds der Figuren vermittelt wird. Und das klappt hervorragend, wozu auch eine exzellente Lichtführung beiträgt.

In dieser Optik nun lässt die Regisseurin das relativ wenig gekürzte Stück spielen. Fast immer läuft das Geschehen unter innerer Hochspannung ab. May lässt ihren Figuren nur an wenigen Fixpunkten Zeit, Gefühle in epischer Breite auszuleben. Zumeist lässt sie hoch emotional, ja fast expressionistisch ins Künstliche hineingesteigert sprechen. Das Ungewöhnlichste dieser Sprechweise war aber die Kombination mit der permanenten Benutzung von Dialekt und Soziolekt, also regionsbezogener Umgangssprache und sozial abhängiger Sprechweise. Außer vom Theaterdirektor hört man den ganzen Abend kaum ein hochdeutsches Wort. Man spricht eine nicht klar definierbare Mischung aus Berlinerisch und Schlesisch auf verschiedenen sozialen Ebenen und in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Und das nicht nur angedeutet, sondern eher überzogen. Und zwar sowohl in Tempo als auch in der Art und Weise des Sprechens.

Die Regisseurin schafft es mit dieser extremen Verwendung scheinbar naturalistischer Sprechweisen, eine sprachliche Künstlichkeit für den Zuschauer zu erzeugen, die von vornherein keine Betroffenheit aufkommen lässt. Allerdings geht May auch die Gefahr ein, dass das Publikum die Sprache nur schwer versteht. Trotzdem funktioniert dieser Ansatz weitgehend.

Ein Problem ist nur, dass nicht alle Schauspieler diese Spielweise überzeugend zu praktizieren in der Lage sind: Während Irene Benedict als Tochter des Theaterdirektors positiv herausragt, zeigt sich Jürgen Kaczmarek als Theaterdirektor eher in routinierter Blässe. Die Hauptrolle der Frau John ist bei Johanna Marx generell in guten Händen, sie verliert aber immer wieder die nötige innere Distanz zu ihrer Figur. Trotz dieser Einwände: Dieser Abend ist höchst ambitioniert und weitgehend geglückt. Man sollte ihn nicht verpassen.

Von Reinald Hanke

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