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Celle Stadt „An unserer Schule gibt es nichts, was nicht läuft“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „An unserer Schule gibt es nichts, was nicht läuft“
13:46 13.06.2010
Ganztagsangebote an der Grundschule Bruchhagen. Quelle: Stefan Kübler
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Celle Stadt

Ein kreativer Wind weht durch die Gänge und Klassenräume der Schule. Besonders bei der Redaktionssitzung der Schülerzeitung „Neues aus Bruchhagen“ sprudeln die Schüler nur so vor Ideen. „Wir müssen aufpassen, dass unsere nächste Ausgabe kein Buch wird“, sagt die zehnjährige Carolin Frieda Becker. „Wir haben schon viel geschrieben und einiges kommt noch dazu. Hauptsächlich geht es um die AG’s und Gruppen an unserer Schule. Ich habe vor kurzem etwas über die Heilkunst im alten Ägypten geschrieben, da interessiere ich mich sehr für.“

Bei dem mit aktiven Angeboten voll gepackten Nachmittag fällt es den Jung-Journalisten nicht schwer, Stoff für ihre Zeitung zu bekommen. Im Kochkurs steht heute ein besonderes Gemüse auf dem Programm: Kürbis. Passend zur Jahreszeit veranstaltet die Schule ein Kürbisfest. Dazu bastelten die Eltern bereits Kürbislaternen und die Kinder lernen heute, wie man aus dem Fleisch eine leckere Suppe macht.

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Im Schulgarten auf dem Pausenhof üben sich die Schüler im Anbau eigener Gemüsesorten. Kartoffeln, Bohnen, Rhabarber und Paprika wurde hier bereits geerntet und in der Lehrküche verarbeitet. Doch das Gemüsebeet hat noch eine weitere Funktion. „Mit dem Garten verbinden wir die Angebote von Vormittag und Nachmittag“, erklärt Schulleiterin Ellen Brutschke. „Im Unterricht kommt er ebenso zum Einsatz wie in den Nachmittagsprojekten. Die Kinder lernen, durch die Pflege des Beetes Verantwortung über einen längeren Zeitraum zu übernehmen und vererben die Arbeit weiter an Jüngere.“

Aus einem Klassenraum dringt lauter Gesang. „Lass die Locken fliegen und tanz den Rock’n’Roll!“, ist dort zu hören. Ute Fink von der Kreismusikschule hat 13 Kinder um sich versammelt und probt das Musical „Tach, ich bin Bach“. In drei Akten wird das Leben von Johann Sebastian Bach ins zwanzigste Jahrhundert befördert. Mit passenden Kostümen und Perücken soll das Stück am Ende des Schuljahres aufgeführt werden.

„Die Grundschule Bruchhagen ist eine kleine, sympathische Schule in gemütlicher Celler Randlage“, sagt Brutschke. „Schüler und Eltern wissen das zu schätzen.“

Die Schulleiterin

„Der Nachmittag an unserer Schule muss sich klar vom Unterricht am Vormittag abgrenzen und eine Mischung aus Verpflichtung und freiem Spiel sein. Um das hinzubekommen, beziehen wir die Schüler in die Planung mit ein. Sie können fast überall mitbestimmen und Wünsche äußern. Die Projekte einer Ganztagsschule sollen vor allem den Kinder Spaß machen, denn für die sind sie da und sie sollen sich wohl fühlen.“

Die Sozialarbeiterin

„Unsere Schüler blühen bei den Nachmittagsangeboten richtig auf, sprudeln vor Ideen und helfen sich gegenseitig. Bei Proben für Theaterstücke oder das Musical beispielsweise achten sie aufeinander und korrigieren sich. „Nicht mit dem Rücken zum Publikum stehen“, heißt es dann. Bei uns gibt es nichts, was nicht läuft und wenn sich jemand ärgert, kommt er sofort zu mir. Mit Schülern und Eltern sind wir ständig im Gespräch.“

Die Elternvertretung

„Es ist wichtig, dass die Kommunikation zwischen allen Beteiligten aufrecht erhalten wird. Das klappt hier wunderbar. Es ist gut, dass die Nachmittagsangebote ständig weiterentwickelt und die Bedürfnisse der Kinder dabei berücksichtigt werden. Ruhe, Bewegung, Kreativität und Projekte in der freien Natur kommen nicht zu kurz. Meine Tochter geht hier in die vierte Klasse und kommt stets ausgeglichen nach Hause.“

Von Stefan Kübler