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Celle Stadt Arabische Liebeslieder in Celles Hugenottenkirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Arabische Liebeslieder in Celles Hugenottenkirche
21:55 04.03.2018
Das Ibtahidsch-Ensemble und das „ensemble tu solus“ beim interkulturellen Konzert in der Celler Hugenottenkirche. Quelle: Oliver Knoblich
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Ibtahidsch, das bedeutet „Freue dich“ – und der Name des achtköpfigen Ensembles, das sich aus arabischsprachigen Geflüchteten zusammensetzt, war am Samstagabend Programm. Im Wechsel mit dem auf Alte Musik spezialisierten Vokalensemble "tu solus", das stimmlich brillant mit barockem Liedgut aufwartete, widmeten sich die Sänger und Instrumentalisten knapp zwei Stunden lang den schönsten arabischen Liebesliedern aus dem Kunst- und Volksliedbereich.

Unter der Leitung von Claudia Ott verstanden es die Musiker, in großen wie kleinen Kompositionen starke Emotionen zu transportieren. Ott gelang es zudem, die in arabischer und deutscher Sprache vorgetragenen Texte auch historisch einzuordnen – und dabei erstaunliche Parallelen zwischen moderner arabischer Liebeslyrik und der Musik des europäischen Barock herauszuarbeiten. Liebe, Sehnsucht, Anbetung: In etlichen Textpassagen fanden sich durchaus religiöse Anklänge, fast unmerklich verschwamm die Grenze zwischen weltlicher und göttlicher Liebe.

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Wundervoll in diesem Kontext Melchior Francks „Du bist aller Dinge schön“, in feiner stimmlicher Harmonie vorgetragen vom "ensemble tu solus" – großartig auch die Aleppiner Liederkette, bei der sich die volle musikalische Bandbreite des Ibtahidsch-Ensembles richtig entfalten konnte. Instrumente wie Oud oder Buzuq, eine arabische Langhalslaute, gelangten dabei ebenso meisterlich zum Einsatz wie Darabukka oder die traditionelle Rohrflöte, die so genannte Nay.

Fulminant auch das Finale – bei „Belle, qui tiens ma vie“, einer französischen Pavane von 1590, kam schließlich zusammen, was unterschiedlicher eigentlich nicht sein kann und bei diesem Konzert dennoch wunderbar zusammenpasste: die stimmliche Virtuosität eines barocken Vokalensembles und die mitreißenden Klänge arabischer Instrumentalisten.

Von Christina Matthies

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