Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt "Die Partei" plant in Celle Gegen-Mahnwache
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Die Partei" plant in Celle Gegen-Mahnwache
13:30 22.01.2020
Von Dagny Siebke
Im Juni 2018 hatten das breite „Bündnis für ein weltoffenes Celle“ und „Die Partei“ zu einem friedlichen Picknick in den Triftanlagen aufgerufen, als die „Patrioten Niedersachsen“ in Celle demonstrieren wollten, aber nur drei Personen kamen. Quelle: Kimberly Wojahn (Archiv)
Celle

Für Freitag, 24. Januar, um 15 Uhr hatte ein Celler unter dem Motto "Fridays gegen Altersarmut" eine Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Celle angekündigt. Der Veranstalter hat die Mahnwache aufgrund eines CZ-Artikels abgesagt, weil er nicht mit der rechten Szene in Verbindung gesetzt werden möchte. Auch in Menden wurde bereits eine FgA-Mahnwache abgesagt.

Dirk Gerlach sagt: "Die PARTEI begrüßt diese einsichtige Entscheidung des ehemaligen Veranstalters mit höchstem Respekt und hofft, dass sich für Folgeveranstaltungen dieser Organisation in Celle keine Nachahmer finden. Dies insbesondere, da nunmehr auch in der Öffentlichkeit angekommen sein dürfte, dass diese Bewegung keinesfalls als politisch neutral gilt, obwohl sie dies im Internet immerzu versichert."

Die geplante Mahnwache von "Fridays gegen Altersarmut" in Celle findet doch nicht am 24. Januar statt. "Bin ich auf einen Rattenfänger reingefallen?", fragt sich der Veranstalter. Quelle: Christian Link

Die PARTEI Celle hat nun für Freitag, 24. Januar, zu einer Gegen-Mahnwache unter dem Motto "Altersarmut for Future" aufgerufen. "Mit dieser Botschaft möchten wir auf den Generationenkonflikt aufmerksam machen, der nunmehr zwischen den Bewegungen 'Fridays gegen Altersarmut' und 'Fridays for Future' offen zutage tritt", erklärt Gerlach.

Die Partei: "Fridays gegen Altersarmut" Affront gegenüber der Bewegung FFF

Er betont: "Selbstverständlich ist auch Die PARTEI Celle gegen Altersarmut – jeder normale Mensch ist das. Genau das macht den Eintritt in eine solche Bewegung auch für viele so einfach. Leider wird dabei viel zu wenig hinterfragt. Ohne je eine eigene böse Absicht verfolgt zu haben, landet man hierbei im Schleppnetz rechter Akteure, die einen in den entsprechenden Foren mit gezielten Falschmeldungen versuchen, gegen andere Zielgruppen auszuspielen."

Stadtrat Dirk Gerlach Quelle: Alex Sorokin

Gerlach führt zwei Beispiele an: "Gerne finden sich auf der Timeline der beteiligten Akteure Zitate wieder, welche die Kosten der Zuwanderung für die Rentenmisere verantwortlich machen. Diese sind falsch. Das Rentenproblem existierte schon lange vor 2015. Weiterhin sind die Rentenkassen nie zur Finanzierung der Migrationshilfe angerührt worden. Das Ziel der Akteure: Man will hierbei Rentner gegen Migranten in Stellung bringen."

Das zweite Beispiel von Gerlach: "Auch werden die Kosten für mehr Klimaneutralität und sogenannte Grüne Energien in die Pflicht genommen, dass die Gelder für das Alter nicht da sind. Das ist falsch. Auch das Klimaproblem wurde bereits lange vor 'Fridays for Future' angegangen und ebenso nie durch die Rentenkassen finanziert. Ziel: Ausspielung der Rentner gegen die 'Fridays for Future'-Bewegung."

Warum Engagement erst jetzt?

Gerade im letzten Beispiel spiele sogar die Namensgebung "Fridays gegen Altersarmut" eine tragende Rolle, die sich als nichts anderes interpretieren lasse, als einen Affront gegenüber der Bewegung FFF, erläutert Gerlach. Ein wesentlicher Aspekt werde jedoch bei all diesen Dingen nicht hinterfragt: "Bei allem gebührenden Respekt vor all denen, die ernsthaft von Altersarmut bedroht sind, stellt sich die Frage: Warum erst jetzt? Wo waren all diejenigen, die sich heute auf die Straße gegen Altersarmut einsetzen, in den letzten 50 Jahren?" Der Geburtenknick habe diese Entwicklung bereits Anfang der 1970er Jahre angekündigt.

Gerlach fragt: "Ist es die Freizeit, die man jetzt erst als Rentner genießt? Oder hat man es aus purer Bequemlichkeit die Jahre davor einfach verschlafen, zu demonstrieren – frei nach dem Motto: 'So schlimm wird es schon nicht werden'? Sich also jetzt hinzustellen und darüber zu klagen, dass die Rente für das eigene Überleben in dieser Gesellschaft nicht reicht, ist sicherlich richtig und nötig, doch muss ebenso nach seiner Sinnhaftigkeit hinterfragt werden. Niemand der Senioren, die sich gegen Altersarmut einsetzen, ist hierbei frei von der eigenen Verantwortung, denn man hat diese Entwicklung kommen sehen. Die Schuld einfach auf die Politik zu schieben ist genau jene 'Einfachheit der Dinge#, mit denen man rechter Manipulation auf dem Leim geht." Erst wer selbst bereit sei, sich verantwortungsvoll zu hinterfragen, könne sich auch gegen Altersarmut engagieren. "Dazu benötigt er/sie allerdings eine Bewegung wie "Fridays gegen Altersarmut" am allerwenigsten, denn diese legt keinen Wert auf eine kritische Selbstanalyse", so Gerlach weiter.

Auch das Bündnis "Omas gegen Rechts" bittet um Vorsicht bei “Fridays gegen Altersarmut”. "Die Teilnehmenden positionieren sich klar gegen Rechts und für ein gutes Auskommen im Alter", heißt es auf deren Homepage.

"Gleiche Voraussetzungen gelten übrigens heutzutage für die Klimabewegung – doch im Unterschied dazu stehen die Jugendlichen jetzt endlich auf und wehren sich. Es bleibt hierbei die Hoffnung, dass es nicht bereits zu spät ist. Unser Slogan 'Altersarmut for Future' soll damit auch die Älteren daran erinnern, dass ihre Rente mehr verknüpft ist mit einer erstarkten Jugend- und Umweltbewegung anstatt mit einer rückwärtsgerichteten Protestorganisation, die nur um ihrer selbst willen existiert und als Schleppnetz für rechte Provokateure dient", erläutert Gerlach.

Polizisten durchsuchten am Dienstag das Gebäude eines Autohändlers in Garßen, der gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben soll. Das wurde bei dem Einsatz gefunden.

22.01.2020
Ostumgehungs-Bau - Flugschneisen für Fledermäuse

Erste Schneisen im Wald: Die Vorarbeiten für den Weiterbau der Celler Ostumgehung haben begonnen.

Michael Ende 21.01.2020
Polizei ermittelt - Razzia bei Celler Autohändler

Polizisten durchsuchen Firmengelände in Garßen nach Waffen: Der Inhaber äußert sich über den Vorfall.

Gunther Meinrenken 21.01.2020