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Celle Stadt Auf gleicher Wellenlänge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Auf gleicher Wellenlänge
13:25 13.11.2018
Das Zürcher Kammerochester spielte  im Celler Schlosstheater groß auf. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Es kommt nicht häufig vor, dass man Orchester erleben kann, die mit ihrem Leiter so auf einer Wellenlänge liegen, ja wie zu einer Einheit zusammengewachsen zu sein scheinen, wie das an diesem Abend zu erleben war: Das Zürcher Kammerorchester und der leitende Geiger Daniel Hope als Gäste im Celler Kammermusikring erwiesen sich als eine solche Konstellation. Da war nicht nur ein Musizieren im kompletten inneren Gleichklang zu erleben, sondern auch eines, bei dem die gleiche Auffassung vom Musizieren dazu führt, dass nicht nur blindes Verständnis im technisch-musikalischen Sinn zu erleben ist, sondern auch zu spüren ist, wie alle am gleichen Strang ziehen und an der gleichen Art des Spielens einen Riesenspaß haben. So entsteht eine Atmosphäre kompletter Entspanntheit, aus der heraus im perfekten Miteinander so enorm lustvolle wie ausdrucksstarke Musik entstehen konnte. Der Abend war von einer gestalterischen Intensität und Lockerheit gleichermaßen geprägt, dass man nur begeistert sein konnte.

Schon das erste Stück beeindruckte durch eine ideale Mischung aus Schwung, Eleganz und Detailfreude. Zu hören gab es einen jugendlichen Geniestreich Felix Mendelssohn-Bartholdys, dessen frühe h-Moll-Streichersinfonie. Noch im kleinsten Phrasierungsdetail herrschte Einigkeit. Es folgte eine hochkarätige Entdeckung von Mieczyslaw Weinberg, einem Komponisten, der in den letzten zehn Jahren zunächst durch zwei sensationelle Opernausgrabungen in Bregenz und Mannheim, dann durch Folgeaufführungen und zunehmend auch durch andere Werke in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Das von Hope und seinen Mitmusikern gespielte Concertino erwies sich schon nach wenigen Takten als ein Meisterstück, das, sofern man das beim erstmaligen Hören beurteilen kann, auch außerordentlich gekonnt gespielt wurde. Es war eine Musik der verhangenen, aber geistig klaren Töne, bei denen man glaubte, miterleben zu können, wie ein gut dreißigjähriger Komponist mit großer Inspirationskraft seinen eigenen musikalischen Weg zu finden versucht. Und diesen auch total eigenständig findet.

Nach der Pause dann eines der bekanntesten Stücke des gesamten klassischen Repertoires: Vivaldis Violinkonzerte „Die vier Jahreszeiten“. Und auch diese so viel gehörte und gespielte Musik faszinierte von Anfang an. Man hatte geradezu das Gefühl, dass sich alle Musiker auf einen spontanen musikalischen Abenteuerspaziergang begeben hätten, auf dem man mal dieses oder jenes wagt, hier mal was ausprobiert, dort mal mit einem Kollegen flunkert oder einen anderen piesackt.

Alleine schon die musikalische Kommunikation zwischen dem Geiger, dem Cembalisten und dem ersten Cellisten waren im Schlosstheater ein Genuss. Diese Wiedergabe kümmerte sich weniger um die Prinzipien der historischen Aufführungspraxis als darum, diese so energiestrotzende wie melodienselige Musik so zu gestalten, dass sich kein Zuhörer entziehen konnte. Da musste dann auch nicht alles technisch perfekt sein, wenn denn der Ausdruck stimmte. Und das war ohne Einschränkung zu erleben. Ein toller Konzertabend.

Von Reinald Hanke

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