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Celle Stadt Aus dem Alltag eines Serienkillers
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aus dem Alltag eines Serienkillers
18:38 05.09.2018
Vor und nach der Lesung und auch in der Pause bilden sich lange Schlangen - die Fans erhalten nicht nur eine Signatur, sondern kommen auch mit dem Autor ins Gespräch. Quelle: Anke Schlicht

ALTSTADT. Die Spiegelbestsellerlisten belegen es – der Mann auf dem kleinen Podium der Buchhandlung Decius ist ein Erfolgsautor. Mehr geht in diesem Berufsfeld kaum, doch Klaus-Peter Wolf gelingt selbst das. Der Krimischreiber liest am Dienstagabend nicht nur, er zeigt auch Entertainer-Qualitäten. In roten Schuhen zu farblich angepassten Hosenträgern hält er für seine 150 Gäste eine Anekdote nach der anderen aus seinem ereignisreichen Leben bereit. „Totentanz am Strand“ heißt sein neuestes Werk, das für Stimmung in der Buchhandlung sorgt. Begleitet wird der Ostfriese, der in seiner Mimik und Gestik bisweilen an seinen „Landsmann“ Otto erinnert, von seiner Frau, Bettina Göschl, die das Programm mit selbst getexteten Songs zur Gitarre abrundet.

Bereits vor Lesungsbeginn haben sich Schlangen gebildet, Wolf signiert, scherzt, geht auf Tuchfühlung mit seinen Fans, die ihm offensichtlich zu Füßen liegen. Als käme ein Freund zu Besuch, hat es den Anschein, Wolf mischt sich vor dem Start sogar unters Publikum, plaudert angeregt mit einzelnen Besuchern. „Der ist wie du und ich“, sagt der bekennende Krimibesessene, Karl-Ernst Poetsch, in der Pause über den Schriftsteller und leitet mit seiner zweiten Bemerkung zu einem weiteren Aspekt über: „Witz in Kombination mit Ernsthaftigkeit und guter Recherche – das unterscheidet diesen Krimiautor von anderen“. Ein Beispiel dafür hat Wolf schon im ersten Teil geliefert. „Viele Menschen sind hier ‚eigentlich‘“, beschreibt er die Bewohner des Ruhrpotts, wo die ambivalente Hauptfigur seines neuen Buches, Serienkiller Dr. Sommerfeld, untergetaucht ist, und meint damit gebrochene Biografien. Er zitiert aus „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“, von Hans Fallada und merkt an: „Ihm fühle ich mich tief verbunden.“

Wolf ist ein grandioser Beobachter, der sich einfühlt in Menschen und entsprechend wahrhaftige Figuren schafft. Ausschließlich aus der Perspektive des Serienmörders hat er „Totentanz am Stand“ geschrieben. „Ich will die Welt aus seiner Sicht sehen. Etwas mit den Augen anderer wahrnehmen – das macht für mich Literatur aus“, sagt Klaus-Peter Wolf. Und es schwingt wie bei vielen seiner Aussagen Leidenschaft mit – vielleicht das Erfolgsrezept für den regelmäßigen Sturm der Spiegelbestsellerlisten. (ahs)

Von Anke Schlicht

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