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Celle Stadt Freispruch nach Vergewaltigungsvorwurf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Freispruch nach Vergewaltigungsvorwurf
17:44 04.02.2019
Die Verhandlung endete mit einem Freispruch. Quelle: Christian Link
Celle

Vergewaltigung mit Gewaltanwendung und Nötigung: das war laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft der Vorwurf gegen einen 42-jährigen Ehemann aus Celle. Das Gericht hatte drei Zeugen geladen: die Ehefrau als Opfer und Nebenklägerin, den ermittelnden Polizeibeamten und eine Freundin der Ehefrau. Zu Beginn hatte der Angeklagte das Wort. Dieser beantragte durch seinen Anwalt zunächst den Ausschluss der Öffentlichkeit, da sehr persönliche und intime Lebensbereiche der Eheleute angesprochen würden. Das Schöffengericht lehnte diesen Antrag jedoch ab.

Beziehung litt unter Affäre

Der Angeklagte schilderte dann seine Lebenssituation, sein Eheleben und den Hergang der vorgeworfenen Vergewaltigung aus seiner Sicht. Die Eheleute stammen beide aus Polen und haben sich dort vor circa 20 Jahren kennen gelernt. Nach der Hochzeit sind die beiden dann nach Deutschland gekommen und haben hier eine Familie gegründet, aus der zwei Söhne stammen. Der Angeklagte übte eine selbstständige Tätigkeit aus, die Ehefrau war zeitweise bei ihm als Bürokraft beschäftigt. „Wir führten eine gute Ehe, die jedoch aufgrund meiner Affäre mit einer anderen Frau gestört war. Obwohl ich die Beziehung beendete, kriselte es weiter“, beschreibt der angeklagte Ehemann. Er schilderte Details des ehelichen Liebeslebens, und das es dort Probleme gab. Vor ein paar Jahren hat er dann eine weitere Beziehung zu einer anderen Frau angefangen. Dies hat die Ehefrau entdeckt und ihm seitdem ihre Liebe weitestgehend verweigert.

"Alles geschah einvernehmlich"

Den Vorwurf der Vergewaltigung seiner Frau wies der Angeklagte vehement zurück. "Ich habe nie gegen ihren Willen mit ihr geschlafen, alles geschah einvernehmlich", heißt es in seiner Aussage vor Gericht. Die Ehefrau, die als erste Zeugin aussagte, schilderte den besagten Vorfall jedoch ganz anders. Laut ihrer Schilderung hat der Angeklagte die Frau im Ehebett angetroffen und sie zum gemeinsamen Sex aufgefordert. Sie aber verweigerte sich, weil ihr seine Affäre bekannt war. Der Angeklagte hat das nicht akzeptiert, sie geschlagen und versucht, sie zu zwingen. Dabei hat er sie gewürgt und bedroht. Über Details konnte die Frau nicht reden.

Fragen bleiben offen

Der Polizeibeamte bestätigte die im Vernehmungsprotokoll gemachten Aussagen, wonach die Ehefrau am 6. April abends die Anzeige gegen ihren Mann aufgab und dazu verhört wurde. Die Freundin bestätigte lediglich, dass das Opfer ihr über den Vorfall berichtete und das es wohl häufiger zu häuslicher Gewalt kam. Fraglich blieb bis zum Schluss der Verhandlung, an welchem Tag die Tat stattgefunden haben soll. Denn zwischen dem Tag der vorgeworfenen Vergewaltigung und der Anzeige liegen ein paar Wochen.

Freispruch wegen Mangel an Beweisen

So stand am Ende des Prozesses Aussage gegen Aussage. Konkrete Zeugenaussagen gab es nicht. Staatsanwalt und Richter waren sich einig darüber, dass noch Zweifel an sicheren Beweisen gegen den Angeklagten bestehen. Nach kurzer Beratung des Schöffengerichts verkündete der vorsitzende Richter das Urteil: Freispruch. Er begründete dies mit der Tatsache, dass Beweise nicht zweifelsfrei erbracht wurden. Deshalb gäbe es keine Verurteilung. Die Kosten des Verfahrens übernimmt der Staat.

Von Günther Borchers

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