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Celle Stadt Austauschschülerin: „Deutschland ist wunderbar“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Austauschschülerin: „Deutschland ist wunderbar“
19:14 01.04.2019
Anna Méndez (rechts) hat bei Gastmutter Martina Lange und deren Tochter Hannah Deutsch gelernt. Quelle: Oliver Knoblich
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Celle

Wenn man mit Anna Méndez spricht, scheint es unvorstellbar, dass die Austauschschülerin aus Venezuela erst seit einem gutem halben Jahr Deutsch lernt. Auch ihre fröhliche und offene Art, lässt einen als Zuhörer hoffen, dass sie mehr von sich erzählt. „Mit sieben Jahren musste ich in der Schule ein Referat halten. Als Thema habe ich Deutschland gewählt. Ich fand es wirklich interessant und dachte mir, Deutschland ist wunderbar. Seitdem wollte ich herkommen,“ erzählt die 16-Jährige.

Und so kam es, dass Méndez sich in Cumaná bei der Organisation American Field Service Interkulturelle Begegnungen für ein Austauschjahr beworben hat. „Als Anna ankam, haben wir uns in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Spanisch verständigt,“ berichtet ihre Gastmutter Martina Lange. Inzwischen wird in der Gastfamilie nur Deutsch geredet. „Anna hat wahnsinnig viel geübt,“ sagt Lange und es scheint, als könne man mütterlichen Stolz in ihren Augen sehen. Die Venezolanerin hat sich sehr schnell eingelebt: „Mein Leben hier ist wirklich gut.“ Mit dieser Aussage bezieht sich Méndez auch auf das KAV Gymnasium. „Ich habe so viele Freunde gefunden, dass gar nicht genug Zeit war, um sich mit allen zu treffen“, sagt Méndez und lacht.

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Zeit braucht sie nämlich auch für ihr Hobby: Geige spielen. „Ich spiele seit ich vier bin,“ erzählt sie. Sie spielt im Orchester des KAV-Gymnasiums und im Jungen Symphonieorchester Hannover.

Neben Musik interessiert sich Méndez besonders für Politik. Zu der politischen Lage in Venezuela hat sie eine klare Meinung. „Die Venezolaner sind frustriert,“ berichtet sie. Wenn sie die Nachrichten höre, sei sie sofort mit ihren Gedanken in der Heimat. „Ich bin auch frustriert, weil ich nichts machen kann.“ Méndez findet es schade, dass die Nachrichten über Venezuela immer wieder von anderen Themen übertönt werden. Allgemein hat sie das Gefühl, dass die meisten Jugendlichen in Deutschland häufig nur die Dinge über Politik wüssten, die sie in der Schule lernen. „Wenn man in Venezuela einen zwölfjährigen Jungen fragt, kann er ganz viel zur Politik sagen,“ gibt sie als Beispiel. Seit Méndez bei Familie Lange lebt, wird auch dort öfter darüber gesprochen. „Politik ist bei uns ein sehr großes Thema,“ sagt Lange.

Wie es für Méndez nach dem Austauschjahr weitergeht? „Das ist eine gute Frage, noch habe ich nicht alles entschieden.“ Sie würde gerne in Berlin Politikwissenschaft studieren. Lange wünscht sich, dass alles gut läuft: „Hauptsache ist erstmal, dass das mit dem Visum klappt.“ Jetzt hat Méndez bis Juli Zeit, in Celle zur Schule zu gehen. Die nutzt sie auch, um gemeinsam mit ihrer Klasse an einem Projekt zu arbeiten. Neben Spenden sammeln geht es vor allem darum, die Leute über die Situation im Land zu informieren.

Einen Studienplatz zu erhalten, ist nur einer ihrer Wünsche. Méndez hofft, dass sie vielleicht einmal in einem großen Orchester spielt. „Träume sind kostenlos,“ sagt sie, „deswegen kann man so viele haben, wie man will.“ (ben)

Von Alina Meier

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