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Celle Stadt Berauschende Klangreisen im Celler Kunstmuseum
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Berauschende Klangreisen im Celler Kunstmuseum
14:56 13.06.2010
Das "Duo Concertante" mit Hans-Jörg Wegner (Flöte) und Andreas M. Hagemann (Gitarre). Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Als „Duo Concertante“ boten die hannoverschen Musikpädagogen Hans-Jörg Wegner (Flöte) und Andreas Maria Hagemann (Gitarre) dem begeisterten Publikum ein kammermusikalisches Konzerterlebnis auf höchstem Niveau. Absolute Spitzenkompositionen des Genres aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne lieferten die Grundlage für virtuose Soli und berauschende intime Dialoge ihrer Instrumente. Da gab es nichts Flüchtig-Zerflatterndes, nichts Schattenhaft-Zerrinnendes, wie das jenseits üppiger Pop-Sounds häufig bei Flöten-Gitarren-Duos zu erleben ist, sondern Klangreisen voller Power und Vitalität.

Die Flöte schmiegte sich bruchlos an den quicklebendigen Fingerspitzen-Tanz der Gitarre an und versprühte mit viel Charme den erhebenden Atem der Musik. Immer wieder wechselten Hagemanns fingerflinke Gitarrenläufe mit langsamen Linien, in denen die einzelnen Töne Raum zur Entfaltung erhielten. Und Wegner lieferte in einer vollendeten korrespondierenden Partnerschaft die Melodiepassagen, die sich mit dem durchlaufenden Rhythmus der Gitarre elegant verbanden und von ihren pulsierenden Klängen sicher getragen wurden. Nuancenreich gestalteten die beiden Virtuosen die fließende, rhythmisch sehr stark betonte Musik aus der Feder unter anderem von Debussy, Telemann, Albéniz und Villa-Lobos. Mit einer faszinierenden Leichtigkeit holten sie die warmen, beseelten Töne aus der Luft, als seien sie schon immer da gewesen. Unaufhaltsam zogen sie mit ihrem entspannten, aber nie spannungslosen Musizieren das Publikum in ihren Bann. Und mit dem abschließenden koloraturreichen „Gran Duetto“ von Mauro Giuliani lockten sie auch den letzten Zuhörer aus der Reserve. Bravourös.

Von Rolf-Dieter Diehl