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Celle Stadt Blechbläser mit geschmeidiger Eleganz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Blechbläser mit geschmeidiger Eleganz
15:04 29.06.2010
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Celle Stadt

Wer mit Blechbläsern bisher vorrangig klischeehafte Marschmusik in Verbindung brachte, dem eröffnete sich bei der Kleinen Hofmusik im Innenhof des Celler Schlosses eine weit differenziertere Bläser-Klangwelt.

Teils in Originalwerken, teils in geschickten Bearbeitungen demonstrierte die Celler Bläsergruppe unter der Leitung von Dietrich Ackemann, wie schön symphonische Arrangements für Blechbläser klingen können. In lang ausgesponnenen Melodien, weichen runden Bögen und einem ausgewogenen kammermusikalischen Klang nutzten die Musiker die ausgewählten Vorlagen, unter anderem von Händel, Haydn, Telemann, Quantz und Grieg, geschmeidig, leicht und elegant in aller melodischen Schönheit aus. Dabei legten sie einen ausgesprochen feinen Sinn für klangliche Transparenz und dynamische Gestaltung an den Tag. So gelang es – auch dank der wundervollen Akustik im Schlossinnenhof – sowohl die polyphonen Strukturen als auch die breit aufgefächerten Homophonien mit beeindruckender Deutlichkeit darzustellen, ohne dabei die Feinheiten der Sätze einzuebnen. Und zwischendurch ermöglichte Ursula Beecken mit selbst verfassten besinnlichen Texten dem zwölfköpfigen Ensemble die erforderlichen Atempausen.

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Ackemann legte offensichtlich ganz besonderen Wert auf einen gravitätischen Ablauf ohne Übereilung, dadurch viel Raum lassend für ein musikalisches Ausspielen mit rhythmischer und dynamischer Feinabstimmung, ein Paradebeispiel dafür, mit welcher Tonkultur Blechbläser zu interpretieren vermögen. Äußerst diszipliniert setzten sie die erforderlichen Akzente, kannten sie doch die Partituren wie auch die Klangeigenschaften ihrer Instrumente ganz genau, und brachten die Bläsersätze mit warmen Tönen, etwa in Griegs Volksweisen und in Telemanns bewegten tänzerischen Sätzen, die in den Stimmenverläufen präzise durchgezeichnet waren, fein nuanciert zum Klingen.

●Nächste Hofmusik:  Bluetwos – das sind Kati van der Meulen an der Violine und Carolin Firker am Klavier. Die aus Celle stammenden Künstlerinnen sind zwei musikalische und im Herzen eng verbundene Schwestern, die sich neben der eigenen Arbeit der Kammermusik widmen. Ihre Vorliebe für die Kammermusikliteratur äußert sich im ausdrucksstarken Zusammenspiel zwischen „kleiner und großer Schwester“.

Das Repertoire umfasst darüber hinaus Salonmusik, Chansons und Evergreens für die beschwingt kommunikative Atmosphäre.

Am Sonnabend, 3. Juli, musiziert das Duo ab 17 Uhr im Apothekerhof des Bomann-Museums, der von der Fritz-Graßhoff-Gasse an der Rückseite des Museums erreichbar ist. Der Eintrittspreis beträgt 7 Euro.

Von Rolf-Dieter Diehl