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Bluttat aufgeklärt: Täter gesteht 15-Jährigen in Celle getötet zu haben

17:03 23.04.2020
Von Andreas Babel
Der Tatort am Tag nach der Tat, bei der am 7. April ein 15-Jähriger an der Bahnhofstraße in Celle getötet worden war. Quelle: David Borghoff
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Celle

Warum es mehr als zwei Wochen gedauert hat, bis der Täter, der am 7. April einen 15-Jährigen auf offener Straße in Celle getötet hat, seine fürchterliche Tat gestanden hat, ist unklar. Fakt ist jedoch, dass der Beschuldigte in seiner polizeilichen Vernehmung am Donnerstag die Tat gestanden hat. Der 29-Jährige erklärte dabei Folgendes: Seit dem Verlust des Arbeitsplatzes Ende vergangenen Jahres habe er vermehrt Drogen, Cannabis und Amphetamine, genommen. Daraufhin habe er sich zunehmend bedroht und verfolgt gefühlt.

Messer hatte er dabei, weil er sich bedroht fühlte

Dieses sei auch am Tag der Tat so gewesen. Er habe deshalb ein Messer bei sich geführt. Als er sich an der Treppe an der Bahnhofstraße aufgehalten habe, habe er einen „Schub“ bekommen und sich noch mehr bedroht gefühlt.

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Jugendlicher war ein Zufallsopfer

In diesem Moment sei der 15-jährige mit seinem Fahrrad herangefahren. Er habe sich auf den Jungen zubewegt und zugestochen. Sein Opfer habe er nicht gekannt, es sei lediglich in seiner Nähe gewesen. Kurz darauf seien Passanten auf ihn zugekommen, von denen er sich ebenfalls verfolgt gefühlt habe. Einer habe ihn bis zum Eintreffen der Polizei mit einem Baustellenschild bedrängt.

Kein ausländerfeindliches Motiv?

Ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv bestritt der Beschuldigte. Er habe keine „rechten Gedanken“. Er sei ein "Internetroll", bewege sich im Internet und „like“ Internetseiten beziehungsweise -auftritte oder Äußerungen, um zu provozieren. Er sei an den anschließenden Reaktionen interessiert gewesen. Er habe dazu verschiedene Internetseiten aufgesucht, wie zum Beispiel die Seite „Verschwörungstheorie“.

Ob er tatsächlich unter Drogen stand, steht noch nicht fest

Die polizeilichen Untersuchungen des persönlichen Umfelds des Beschuldigten sowie die Auswertung seiner Social Media Accounts sind noch nicht abgeschlossen. Das in Auftrag gegebene toxikologische Gutachten zur Frage einer Betäubungsmittelbeeinflussung des Beschuldigten zur Tatzeit liegt noch nicht vor.

Auch das fachpsychiatrische Gutachten steht noch aus. "Die Ermittlungen in dem Fall dauern an“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen als Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Celle.

Dagny Siebke 23.04.2020
Gunther Meinrenken 23.04.2020